Ärzte Zeitung, 07.04.2011

Studie: Bis 2030 deutlich mehr Neuerblindungen

BONN (dpa). Forscher erwarten durch die steigende Lebenserwartung der deutschen Bevölkerung eine wachsende Zahl von Erblindungen und Sehbehinderungen.

Nach einer am Donnerstag vorgestellten Prognose der Augenklinik an der Uni Bonn wird die Zahl der Neuerblindungen in Deutschland in den nächsten 20 Jahren von heute jährlich 100.000 auf 125.000 steigen. Jedes Jahr würden mehr als doppelt so viele Frauen wie Männer neu erblinden.

Mehr als die Hälfte der Betroffenen wird zum Zeitpunkt der Neuerblindung 80 Jahre und älter sein. Erblindungen aufgrund von altersabhängiger Makuladegeneration (AMD) würden deutlich zunehmen. Die Prognose basiert auf dem Datenbestand des Blindengeldarchivs des Landschaftsverbandes Rheinland.

In dem Archiv sind derzeit 20.000 Personen im Rheinland als blind oder stark sehbehindert registriert, die im Durchschnitt 72 Jahre alt sind. Über 65 Prozent der Betroffenen sind Frauen, davon ist mehr als die Hälfte 80 Jahre alt. Schon heute geht jede zweite Erblindung nach Angaben der Bonner Ärzte auf AMD zurück.

Zweithäufigste Ursache für altersabhängige Sehbehinderung ist mit 15 Prozent das als Grüner Star bekannte Glaukom, gefolgt von der diabetischen Retinopathie, einer durch die Zuckerkrankheit bedingten Augenerkrankung.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Die häufigsten Fehler bei der Opioid-Therapie

Nehmen Patienten Opioide ein, müssen sie einiges beachten. Manches Missverständnis und mancher Einnahmefehler können Ärzte mit zwei Sätzen der Erklärung ausräumen. mehr »

Spahn bleibt bei Sprechstundenzeiten hart

Das Termineservicegesetz wird nachgebessert werden, aber nicht bei den Sprechstundenzeiten. Das stellt Jens Spahn beim Neujahrsempfang des Hausärzteverbands klar. mehr »

Wenn die Klinik-IT gehackt wird

Bei Hackerattacken auf Kliniken und Praxen sind Patienten, Ärzte und Hersteller betroffen. Welche Risiken bestehen und welche Gegenmaßnahmen wirksam sind, erörtern Medizinrechtler. mehr »