Ärzte Zeitung, 14.02.2012

Bindehaut wird jetzt künstlich im Labor gezüchtet

DÜSSELDORF (eb). Mediziner der Universitätsklinik Düsseldorf wollen eine künstliche Bindehaut entwickeln, die in den nächsten Jahren klinisch anwendbar ist. Mit insgesamt fast 200.000 Euro fördert die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) das Forschungsprojekt.

Die Bindehaut des Auges ermöglicht durch ihre Elastizität und Flexibilität die Augenbewegung, bildet eine Komponente des Tränenfilms, der das Auge feucht hält, und wirkt als mechanische Barriere gegen Fremdkörper. Patienten mit vernarbter oder geschädigter Bindehaut haben oft Schmerzen und Sehverluste.

Schäden an der Bindehaut entstehen vor allem durch Verätzungen oder Verbrennungen oder durch Autoimmunerkrankungen, mit Entzündungen, die zu starken Vernarbungen der Bindehaut führen.

Einer Mitteilung der Universitätsklinik Düsseldorf zufolge wollen die Wissenschaftler den Gewebeersatz mit Zellen aus der Bindehaut des Patienten herstellen: Sie werden ihm entnommen, im Labor auf ein Trägergewebe aufgebracht und ihm nach dem Wachstum operativ zurücktransplantiert.

Noch sei das Projekt nicht in einem Stadium, dass die Methode bei Menschen anwendbar wäre. Die Wissenschaftler rechnen aber damit, dass es in vier oder fünf Jahren so weit sein könnte.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Stromstimulation hilft Gedächtnis auf die Sprünge

US-Forscher haben mit einer speziellen Wechselstromstimulation das Arbeitsgedächtnis von über 60-Jährigen auf das Niveau von 20-Jährigen gehoben – zumindest für kurze Zeit. mehr »

Aufklärung alleine verpufft

Nicht nur zu Ostern locken Schokolade und Co.: Laut DONALD-Studie liegt der Zuckerverzehr gerade bei Kindern und Jugendlichen noch immer über der WHO-Empfehlung. Forscher sehen hier die Politik in der Pflicht. mehr »

Länger geguckt, eher gekauft

Menschen treffen irrationale Kaufentscheidungen, so eine Studie: Allein eine lange Betrachtungsdauer lässt Personen eher zugreifen – selbst, wenn das Produkt schlecht ist. mehr »