Ärzte Zeitung, 22.08.2016

Arbeitsunfälle

Fremdkörper im Auge mit Sono aufspüren

Besteht der Verdacht auf einen Fremdkörper im Auge, kann die Hochfrequenzsonografie bei der Diagnose helfen.

BERLIN. Beim Hämmern und Schleifen riskieren Heimwerker, dass kleine Splitter ins Auge gelangen. Bleiben diese unentdeckt, können sie eine langwierige Augenentzündung bis hin zur Erblindung verursachen, warnt die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) in einer Mitteilung. Die Fachgesellschaft empfiehlt insbesondere bei einseitigen Konjunktivitiden, Fremdkörper als Ursache in Betracht zu ziehen. Partikel im Augeninneren lassen sich mithilfe der Hochfrequenzsonografie aufspüren.

Wie eine Studie aus Österreich zeigt, passieren Unfälle, bei denen Fremdkörper tief ins Auge eindringen, überwiegend im privaten Bereich (Spektrum der Augenheilkunde 2016; 30: 31-34). Offenbar werden gerade zu Hause die Gefahren beim Arbeiten mit Hammer oder Bohrmaschine unterschätzt.

Welche bildgebende Diagnostik genutzt wird, um Fremdkörpern im Auge auf die Spur zu kommen, hänge von verschiedenen Faktoren ab. So spiele das Material des Fremdkörpers eine Rolle: Zur Ortung von Metallteilen etwa bietet sich die Computertomografie an. Ist der Splitter weniger strahlendicht und besteht etwa aus Holz oder Kunststoff, ist die Sonografie erfolgversprechend, so die DEGUM.

Für den Augenultraschall stehen verschiedene Sonden mit Frequenzen zwischen 10 und 60 Megahertz zur Verfügung. Diese unterscheiden sich hinsichtlich der Eindringtiefe, dem Auflösungsvermögen und der Abbildungsgeometrie. Bei einer Entzündung im vorderen Augenabschnitt, bei der sich die ursprüngliche Verletzung wieder verschlossen hat, mache die Hochfrequenzsonografie Strukturen bis zu einer Eindringtiefe von einem Zentimeter in hoher Auflösung sichtbar. (eb)

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