Ärzte Zeitung online, 08.09.2017

Augenchirurgie

Mini-Implantat für Patienten mit Glaukom

Kleinste Medizin-Implantate verhindern Erblindung beim Glaukom.

BERLIN. Das Glaukom kann seit kurzem minimal-invasiv mithilfe von Mini-Implantaten effektiv therapiert werden – der Eingriff verhindert eine sukzessive Erblindung, teilt die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft mit. Die neue Methode lässt das Kammerwasser effektiver abfließen.

Die Implantate werden mithilfe eines Mikroskops durch einen kleinen Schnitt ins Auge eingesetzt. "Sie haben die Form winziger Röhrchen, nicht viel dicker als ein Haar, durch die das gestaute Kammerwasser aus dem Auge heraus geleitet wird", wird Professor Norbert Pfeiffer, Direktor der Klinik und Poliklinik für Augenheilkunde, Universitätsmedizin Mainz, in der Mitteilung zitiert. Die Augenchirurgen platzieren die Mini-Stents in die feinen Abflusskanälchen des Kammerwassersystems unter die Lederhaut oder unter die Bindehaut. Der Schnitt durch den Chirurgen ist so minimal, das er nicht genäht werden muss. Die Experten sprechen deshalb auch von "Minimalinvasiver Glaukomchirurgie", kurz: MIGS. "Von diesem schonenden Eingriff profitieren insbesondere hochbetagte Patienten und solche, bei denen Augeninnendruck senkende Tropfen nicht oder nur unzureichend wirken, die sie nicht vertragen oder die sie nicht täglich und korrekt anwenden können", so Pfeiffer.(eb)

Topics
Schlagworte
Augenkrankheiten (704)
Augenheilkunde (281)
Organisationen
DOG (102)
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Wie man trotz Plätzchen den Kilos trotzt

Ein Lebkuchen hier, ein Dominostein da und dann noch die fette Weihnachtsgans. Forscher geben studiengeprüfte Tipps gegen den üblichen Gewichtszuwachs an den Feiertagen. mehr »

Psychotherapeuten wehren sich gegen gestufte Versorgung

Als „Diskriminierung psychisch kranker Menschen“ kritisieren die Psychotherapeuten die von der Koalition geplante Vorstufe zur Behandlerwahl für eine Psychotherapie. mehr »

Prostatakrebs immer früher entdeckt

Im Vergleich zu den 1990er Jahren wird das Prostatakarzinom bei Männern unter 50 Jahren heute bereits in früheren Stadien diagnostiziert. Darauf deuten Studienergebnisse hin. mehr »