Ärzte Zeitung online, 26.09.2017

Augenheilkunde

Amblyopie-Therapie mit Computerspielen

BERLIN. Computerspiele sollen die Sehfähigkeit von Kindern mit Amblyopie verbessern. Anders als bei der Okklusions-Methode wird bei der Therapie am Bildschirm das schwächere Auge durch Erhöhung des Bildkontrastes stimuliert, während das starke Auge mit einem reduzierten Bildkontrast konfrontiert wird, teilt die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) vorab zu ihrer Tagung Ende September in Berlin mit.

 Die Spiele sollen in der Forschungseinheit "Sehstörungen des Kindesalters" an der Klinik für Augenheilkunde der Uni Frankfurt / Main erstmalig in Deutschland erprobt werden. Lange galt das Einschulungsalter von sechs bis sieben Jahren als Grenze der Therapierbarkeit für Kinder mit Amblyopie. "Der Grund ist die Reifung des Sehsystems. Je ausgereifter die Gehirnteile sind, die Sehreize verarbeiten, desto geringer ist der Therapieerfolg", wird Privatdozentin Dr. Maria Fronius, Leiterin der Forschungsgruppe "Sehstörungen des Kindesalters" am Universitätsklinikum Frankfurt am Main von der DOG zitiert.

Nach neurowissenschaftlichen Erkenntnissen sei eine erfolgreiche Amblyopie-Therapie aber auch im Schulalter noch möglich, so die DOG. Zwar nimmt die Plastizität des Sehsystems bis zum 16. Lebensjahr ab. "Doch die Erkenntnis, dass die Sehstörung auch in der späteren Kindheit behandelt werden kann, eröffnet neue Möglichkeiten", so Fronius.(eb)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Fehldiagnose lässt "Thrombophilie"-Patientin zittern

Bei einer Frau mit Venenthrombose wurde eine Thrombophilie-Diagnostik vorgenommen. Der Verdacht erhärtete sich und bescherte ihr angstvolle Wochen. mehr »

Schärfe und Säure kurbeln das Immunsystem an

Was wir essen, beeinflusst maßgeblich, wie gut die Immunabwehr im Speichel funktioniert. Das haben Münchener Forscher untersucht. mehr »

Was tun gegen sexuelle Belästigung?

Anzügliche Bemerkungen, obszöne Witze, schlüpfrige Mails bis hin zu Berührungen: Sexuelle Aufdringlichkeit gehört auch in Praxen und Kliniken manchmal zum Alltag. Statt die Belästigungen zu ignorieren, sollten sich Betroffene wehren - dazu gibt es mehrere Möglichkeiten. mehr »