Ärzte Zeitung, 22.03.2004

Erster Erfolg bei CJK-Therapie

Studie aus Göttingen / Demenzprogression um vier Wochen verzögert

GÖTTINGEN (mut). Forscher aus Göttingen haben jetzt die erste Therapiestudie mit Creutzfeldt-Jakob-Patienten veröffentlicht. Das Ergebnis der in der Zeitschrift Neurology veröffentlichten Studie: Das Analgetikum Flupirtin verzögert das Fortschreiten der Demenz um etwa vier bis sechs Wochen (wir berichteten).

An der Studie, die bereits 1997 in an der Uni Göttingen begonnen wurde, nahmen insgesamt 25 Patienten mit sporadischer Creutzfeldt-Jakob-Krankheit (sCJK) teil. Sie erhielten entweder Placebo oder Flupirtin (erhältlich als Katadolon® und Trancopal® Dolo). Die Forscher verwendeten das Analgetikum, weil sich damit in-vitro ein Neuronen-schützender Effekt ergeben hatte.

An der Studie nahmen Patienten mit einer mittelschweren Demenz teil, die bei zwei Demenztests noch mindestens 50 Prozent der maximalen Punktzahl erreichten. Die Therapie wurde abgebrochen, sobald sie diesen Wert unterschritten.

Das Ergebnis: Mit der Flupirtin-Therapie war die kognitive Leistung die Patienten in den ersten vier Wochen deutlich besser als mit Placebo (Neurology 62, 2004, 714). Allerdings starben die Patienten in beiden Gruppen gleich früh - etwa 100 Tage nach Therapiebeginn.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar:
Hoffnungsschimmer für CJK-Patienten

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