Ärzte Zeitung, 21.09.2005

Kranken nicht widersprechen!

Oft kommt es bei Gesprächen mit Alzheimer-Kranken zu Mißverständnissen. Diese lassen sich vermeiden, wenn die Gesprächspartner versuchen, sich in die Welt der Kranken zu versetzen - eine Methode, die als Validation bezeichnet wird.

Wenn ein Patient etwa sagt, "Ich will heim zu meiner Mutter", dann macht es keinen Sinn zu widersprechen und zu sagen, daß die Mutter doch längst tot ist, so die US-Gerontologin Naomi Feil.

Der Patient könnte sonst schnell traurig oder aggressiv reagieren. Besser ist, man akzeptiert die Gedankenwelt und stellt Fragen wie "Wo ist die Mutter? Was macht sie, Welche Kleidung trägt sie? Umarmt sie Sie?"

Damit, so Feil, gibt man dem alten Menschen die Möglichkeit, die Mutter, die gerade seine Gedanken und Gefühle beherrscht, herbeizuholen. Das kann den Patienten dann oft wieder beruhigen.

Lesen Sie dazu auch:
Helfen heißt, Demenz-Patienten früh zu behandeln
Demenz-Tests dauern oft nur wenige Minuten
Aktionen zum Alzheimer-Tag
Pflegetips für Angehörige

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Abwarten schlägt Op

Zumindest in den ersten sechs Jahren nach Diagnose haben Männer mit lokalisiertem Prostata-Ca eine bessere Lebensqualität, wenn sie sich nicht unters Messer legen. mehr »

No deal-Brexit? Dieses Szenario lässt NHS-Angestellte schaudern

Je mehr Zeit in ergebnislosen Verhandlungen verrinnt, desto nervöser werden Beschäftigte vor allem im Gesundheitswesen. Ein Brexit ohne Vertrag mit der EU? Im NHS fürchtet man in diesem Fall ein Desaster. mehr »

Der reine Telearzt kommt

Fernbehandlung ohne Erstkontakt in der Praxis? Im Ländle wird dieses Modell jetzt erstmals getestet. Die Kammer dort hat gerade das erste Projekt genehmigt. mehr »