Ärzte Zeitung, 20.02.2006

Wirksamkeit von Donepezil durch Studien gut belegt

Option bei Morbus Alzheimer

BERLIN (djb). In der Therapie von Patienten mit AlzheimerDemenz sind Antidementiva wie der Cholinesterase-Hemmer Donepezil wirksam, hat Professor Matthias Riepe aus Berlin berichtet. Solche Arzneien sollten daher auch bei allen Patienten angewandt werden, für die sie zugelassen sind.

Algorithmen nach dem Prinzip der Evidenz-basierten Medizin (EBM) sichern einen hohen medizinischen Standard. Außerdem tragen sie dazu bei, daß der Arzt seine individuelle Therapieentscheidung mit wissenschaftlich bestmöglich gesicherten Erkenntnissen verbinden kann. Den höchsten Evidenzgrad liefern dabei Placebo-kontrollierte randomisierte Studien und Meta-Analysen solcher Studien.

Bei Demenzen müßten mindestens zwei Studien die signifikante Wirksamkeit eines Medikaments auf kognitive Leistungsfähigkeit, Alltagskompetenz und klinischen Gesamteindruck nachweisen, so Riepe bei einer von Eisai und Pfizer unterstützten Veranstaltung in Berlin. Für Donepezil (Aricept®) seien diese Forderungen bei leichter bis mittelschwerer Alzheimer-Demenz eindeutig erfüllt.

Therapie kann Fortschreiten der Demenz verlangsamen

In der Praxis solle man daran denken, daß sich therapeutische Effekte von Antidementiva zwar in einer größeren Gruppe von Patienten nachweisen ließen, wegen der individuellen Krankheitsverläufe jedoch nicht bei jedem einzelnen Patienten isoliert, erinnerte der Gerontopsychiater von der Charité Campus Benjamin Franklin in Berlin.

Mit adäquater Therapie lasse sich bei Alzheimer-Patienten der Verlauf der Krankheit modifizieren, so daß sie langsamer progredient verlaufe als ohne Behandlung. Therapiepausen könnten dabei die Symptomatik verschlechtern.

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