Ärzte Zeitung, 21.12.2005

Wenig Östrogen, höheres Risiko für M. Alzheimer?

WASHINGTON (ddp.vwd). Ein Mangel an Östrogen im Gehirn ist offenbar mit einem erhöhten Risiko assoziiert, an Morbus Alzheimer zu erkranken. Das schließen amerikanische, japanische und schweizer Forscher aus den Ergebnissen einer Studie, in der sie einen extrem niedrigen Östrogenspiegel in Hirngewebe gestorbener Alzheimer-Patientinnen nachweisen konnten.

Weitere Untersuchungen von der Forschergruppe um Dr. Rena Li vom Sun-Health-Forschungszentrum in Sun City an genetisch veränderten Mäusen bestätigten den Zusammenhang: Wird die Östrogenproduktion im Gehirn gezielt blockiert, bilden sich bei den Tieren sehr viel früher die für Alzheimer typischen Proteinablagerungen im Gehirngewebe (PNAS online vorab).

Schon länger ist bekannt, daß Frauen häufiger Alzheimer entwickeln als Männer. Wie frühere Studien ergeben haben, kann ein erhöhtes Risiko durch längere Lebenserwartung von Frauen nicht die einzige Ursache für Alzheimer sein.

Wissenschaftler vermuten daher, daß der sinkende Östrogenspiegel nach den Wechseljahren ebenfalls wichtig ist - möglicherweise, weil der Hormonmangel die Gehirnzellen anfälliger für neurodegenerative Krankheiten macht.

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