Ärzte Zeitung, 19.05.2008

Schlecht fürs Gehirn: früher Typ-2-Diabetes

Studie mit 2500 Männern

UPPSALA (hub). Wer als Mann im mittleren Alter einen Typ-2-Diabetes entwickelt, hat ein erhöhtes Risiko, an Morbus Alzheimer zu erkranken. Das hat Studie mit fast 2500 Männern ergeben.

Die Bevölkerungsstudie war 1970 mit 2322 Männern im Alter von 50 Jahren gestartet. Zu Studienbeginn wurde bei allen Teilnehmern ein Glukose-Toleranztest gemacht. Der Beobachtungszeitraum betrug 32 Jahre. Innerhalb dieser Zeit wurde bei 102 Teilnehmern eine Alzheimer-Erkrankung diagnostiziert und bei 57 eine vaskuläre Demenz. 394 entwickelten eine Demenz anderer Genese oder eine Verschlechterung ihrer kognitiven Fähigkeiten (Neurology online).

Diese Daten korrelierten die Forscher von der Universität Uppsala in Schweden mit denen zur Insulinresistenz bei Studienbeginn. Das Ergebnis: Eine niedrige Insulinantwort zu Studienbeginn war mit einem 50 Prozent erhöhten Demenz-Risiko verbunden. Das galt auch nach Berücksichtigung von Alter, BMI, Blutdruck- und Blutfettwerten sowie weiteren Parametern.

"Die Ergebnisse legen eine Verbindung zwischen Problemen beim Insulin mit dem Ursprung eines M. Alzheimer nahe und betonen die Bedeutung des Insulins für eine normale Hirnfunktion", so Studienleiterin Professor Elina Rönnemaa. Diese Insulinprobleme könnten Schäden in den zerebralen Blutgefäßen verursachen, welche zu Störungen der Gedächtnisfähigkeit führen. Weitere Forschungen seien jedoch nötig.

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