Ärzte Zeitung online, 02.01.2009

Verhindern eines Blutzuckeranstiegs mit dem Alter schützt das Gedächtnis

NEW YORK (ars). Wer Gedächtnisverlusten im Alter vorbeugen will, sollte einen Anstieg des Blutzuckerspiegels mit zunehmenden Jahren vermeiden - durch Sport, Medikamente oder Diät. Das empfehlen US-Forscher als probates Mittel auch für Gesunde.

In ihrer Studie nutzten die Wissenschaftler der Columbia University in New York die hochauflösende Magnetresonanztomografie. Damit untersuchten sie in einer Region des Hippocampus, dem Gyrus dentatus, das Blutflussvolumen und die Aktivität (Annals of Neurology 64, 2008, 698). Dieses Areal, das als Eingangsstation des Hippocampus gilt, ist bereits in die frühen Stadien einer Alzheimer-Demenz involviert. Offenbar ist es auch für normale Alterungsprozesse anfällig, denn dort nimmt die Aktivität mit den Lebensjahren ab.

An der Studie nahmen 240 Probanden im Median-Alter von 80 Jahren ohne Demenz teil, 60 hatten einen Typ-2-Diabetes. Bei ihnen und bei Versuchstieren wie Rhesusaffen und Mäusen prüften die Forscher um Professor Scott Small den Einfluss mehrerer Parameter wie erhöhter Blutdruck, Body Mass Index, Cholesterin- und Insulinkonzentrationen. Eine Korrelation zu den kognitiven Funktionen fand sich aber nur für den Blutzuckerspiegel.

Wie die Wissenschaftler erläutern, steigt der Blutzuckerspiegel im allgemeinen mit dem Alter an. Diese Erhöhung zu vermeiden sei selbst bei Menschen ohne Diabetes eine wirksame Maßnahme, die Gedächtnisleistungen zu erhalten. Mit ihren Ergebnissen haben sie nach ihren Angaben auch ein Bindeglied zwischen körperlicher Aktivität und Gehirnfunktion entdeckt. Offenbar komme Sport dem Gedächtnis wenigstens teilweise dadurch zugute, dass als Folge der Blutglukosespiegel sinkt.

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