Ärzte Zeitung online, 24.03.2009

Neuer Ansatz zur Therapie bei Alzheimer entdeckt

Essen (eb). Erstmals gibt es begründete Hoffnung, dass die Alzheimer-Krankheit zukünftig gestoppt werden könnte. Wissenschaftler aus Belgien, Deutschland, Amerika und England fanden ein Molekül, das die Basis für die Entwicklung neuer Medikamente bilden könnte.

Charakteristisch für die Gehirne von Alzheimer-Patienten sind sogenannte Amyloid-Plaques, die das Absterben der Gehirnzellen begünstigen. Bei der Bildung dieser Plaques spielt eine Gruppe von Proteinen, der Gamma-Sekretase-Komplex, eine wesentliche Rolle. Medikamente, die den gesamten Komplex hemmen oder blockieren würden, hätten jedoch tödliche Nebenwirkungen.

Die internationale Forschergruppe, darunter auch Wissenschaftler von der Uniklinik Essen, hat nun innerhalb des Komplexes das spezielle Protein Aph 1B identifiziert. In Versuchen mit Mäusen schalteten die Forscher unter der Federführung von Professor Bart de Strooper aus Belgien dieses Molekül aus. Anschließend besserte sich der Zustand der Tiere, ohne dass gravierende Nebenwirkungen auftraten.

"Unsere Forschungen zeigen, wo wir effektiv in der Behandlung der Alzheimer-Erkrankung ansetzen können", fasst Professor Jens Wiltfang von der Uniklinik Essen zusammen. Einer der nächsten Schritte sei die gezielte Suche nach einer Substanz, die die Aktivität von Aph 1B im menschlichen Gehirn verringern und somit die Plaquebildung stoppen kann.

Alzheimer ist mittlerweile die bedeutendste Demenzerkrankung in der westlichen Welt. Experten gehen allein in Europa von voraussichtlich rund sieben Millionen Betroffenen im Jahre 2020 aus. Bisher ist die Erkrankung unheilbar. Die Patienten verlieren innerhalb weniger Jahre mehr und mehr ihre Persönlichkeit. Heutige Medikamente erhalten die Gedächtnisfunktion nur in den ersten Phasen der Erkrankung. Das Absterben der Gehirnzellen verhindern können sie bisher aber nicht.

Abstract der Studie "Gamma-Secretase Heterogeneity in the Aph1 Subunit: Relevance for Alzheimer's Disease"

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