Ärzte Zeitung online, 06.08.2010

Gegen Demenz gibt's gleich mehrere Chancen

Bildung, Ernährung und Depressionen beeinflussen das Demenzrisiko

MONTPELLIER (hub). Das Risiko einer Demenz lässt sich deutlich senken. Denn viele Faktoren, die die Erkrankung begünstigen, lassen sich beeinflussen. Dazu zählen Bildung, Ernährung und Depressionen.

Gegen Demenz gibt's gleich mehrere Chancen

Bildung, Ernährung und Depressionen: Wer auf diese Faktoren schaut, kann sein Demenzrisiko beeinflussen.

© Yuri Arcurs / fotolia.com

Daten von über 1400 über 65 Jahre alten Menschen aus Südfrankreich haben Forscher der Uni von Montpellier für ihre Studie ausgewertet (BMJ online). Zu Beginn der Studie erfolgten kognitive Tests, die zwei, vier und sieben Jahre später wiederholt wurden. Ein Lesetest wurde zur Beurteilung der erworbenen Intelligenz (crystallized intelligence) herangezogen.

Innerhalb des Studienzeitraums entwickelten 31 Teilnehmer eine Demenz und 374 Teilnehmer leichte kognitive Einschränkungen (mild cognitive impairment, MCI), 85 waren verstorben. Für eine Reihe von Faktoren ermittelten die Forscher den Einfluss auf das Demenzrisiko, mit folgenden Ergebnissen: Die Elimination einer Depression oder deren frühzeitige Therapie senkte das Demenzrisiko um zehn Prozent, der Verzehr von Obst und Gemüse um fünf Prozent und die Verhütung von Diabetes ebenfalls um fünf Prozent.

Wie nicht anderes zu erwarten, schützt auch ein hohes Maß an erworbener Intelligenz vor einer Demenz. Rechnerisch wurde das Risiko hierdurch um 18 Prozent gesenkt. Bei diesem Punkt sind aber keine Ärzte gefragt, sondern Eltern, Lehrer und Bildungspolitiker, in deren Bereich häusliche und Schulbildung fallen.

Gefragt sind Ärzte allerdings bei den Themen Depression und Diabetes. Die Studienautoren weisen deutlich daraufhin, dass das frühzeitige Erkennen von Depressionen und die schnelle Therapie der Patienten ein wesentlicher Faktor der Demenzprävention ist. Als zweiten Faktor nennen sie das frühe Screening auf Glukoseintoleranz und Insulinresistenz als frühe Zeichen in der Diabetesentwicklung. Das rechtzeitige Gegensteuern könne ebenso das Demenzrisiko mindern.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar:
Das schützt vor Demenz: Bildung

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