Ärzte Zeitung, 19.08.2010

Kommentar

Das schützt vor Demenz: Bildung

Von Michael Hubert

Demenz kann vorgebeugt werden. An der Prophylaxe beteiligt sind zuvorderst Ärzte, aber auch Eltern, Lehrer, Bildungspolitiker - und die Menschen selbst.

Für Ärzte heißt Demenzprävention vor allem, den Blutdruck der Patienten richtig einzustellen. Denn ein systolischer Druck von 140 verdoppelt das Demenzrisiko innerhalb von 30 Jahren. Zweitens: Patienten mit Depressionen effektiv therapieren! Das senkt das Demenzrisiko um zehn Prozent.

Ebenso wichtig: Bildung. Ein hohes Maß an erworbener Intelligenz ist mit einem um fast ein Fünftel verringerten Demenzrisiko assoziiert. Demenzprävention beginnt so quasi im Elternhaus. Vermitteln Eltern ihren Kindern mehr als Sprechen, Lesen und Alltagsfähigkeiten, rüsten sie sie für die Zukunft und schützen sie so auch vor einer Demenz.

Zukunft und Bildung - darüber wird oft debattiert. Viel wird von Integration geredet, von persönlicher und gesellschaftlicher Zukunft. Doch bei den Bildungsausgaben dümpeln wir im Mittelfeld aller OECD-Staaten. Nötig sind mehr Investitionen in Bildung: für die Zukunft des Landes und der Menschen - und zur Demenzprävention!

Lesen Sie dazu auch:
Gegen Demenz gibt's gleich mehrere Chancen

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Fehldiagnose lässt "Thrombophilie"-Patientin zittern

Bei einer Frau mit Venenthrombose wurde eine Thrombophilie-Diagnostik vorgenommen. Der Verdacht erhärtete sich und bescherte ihr angstvolle Wochen. mehr »

Schärfe und Säure kurbeln das Immunsystem an

Was wir essen, beeinflusst maßgeblich, wie gut die Immunabwehr im Speichel funktioniert. Das haben Münchener Forscher untersucht. mehr »

Was tun gegen sexuelle Belästigung?

Anzügliche Bemerkungen, obszöne Witze, schlüpfrige Mails bis hin zu Berührungen: Sexuelle Aufdringlichkeit gehört auch in Praxen und Kliniken manchmal zum Alltag. Statt die Belästigungen zu ignorieren, sollten sich Betroffene wehren - dazu gibt es mehrere Möglichkeiten. mehr »