Ärzte Zeitung online, 12.01.2011

Hirnliga dämpft Hoffnung auf Alzheimer-Medikament

FRANKFURT/MAIN (dpa). Die Hirnliga, die Interessenvertretung der deutschen Alzheimer Forscher, hat die Hoffnung auf ein Medikament gegen Demenz gedämpft. Bei einem Symposium in Frankfurt war von "Ernüchterung" die Rede.

Bislang gibt nur Substanzen, die den Verlauf von Alzheimer verzögern - kein Medikament, das die Krankheit heilt oder die Entstehung verhindert. "Ich glaube nicht, dass wir das Rätsel in zehn Jahren gelöst haben", sagte Professor Harald Hampel von der Goethe-Universität in Frankfurt. Dazu seien die Ursachen der Krankheit zu komplex. Der Blick richte sich nun verstärkt darauf, Alzheimer früh zu erkennen und vorzubeugen - etwa durch gesunde Ernährung sowie geistige und körperliche Fitness.

Kritik übte die Hirnliga an der Versorgung der Alzheimer-Patienten. Sie fielen in die Lücke zwischen Kranken- und Pflegeversicherung. Viele Fälle würden nicht erkannt oder nicht behandelt.

"Betriebswirtschaftlich ist es für eine Krankenkasse nicht sinnvoll eine Behandlung zu bezahlen, deren Nutzen die Pflegekasse hat", sagte der Präsident der deutschen Alterspsychiater, Professor Hans Gutzmann aus Berlin. Auch der Blick der Ärzte auf ihr Budget führe zu einem "Durchwinken von Patienten aus der Praxis ins Heim".

Homepage der Hirnliga

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