Ärzte Zeitung online, 16.05.2011

Alzheimer-Diagnose im Umbruch

HONOLULU (kra). Fortschritte in der Demenzforschung werden derzeit vor allem in Form einer genaueren und früheren Diagnose erwartet. Darauf haben Experten beim Kongress der US-amerikanischen Neurologenkongress AAN in Honolulu hingewiesen.

Ein Schwerpunkt nationaler und internationaler Arbeitsgruppen ist dabei das Update der vor rund 25 Jahren formulierten Diagnosekriterien.

Kennzeichnend ist, dass die modernen Konzepte zur Frühdiagnose weniger auf Syndrome zielen, sondern vielmehr auf einzelne Symptome. Klinisch stehen vor allem frühe episodische Gedächtnisstörungen im Vordergrund.

Hinzu kommen Informationen wie frühe Gehirnanomalien, vor allem des medialen Temporallappens, charakteristische Liquormuster als Biomarker, die Darstellung von Amyloidablagerungen sowie PET-Untersuchungen des Glukosemetabolismus.

Landkarte des Gehirns soll Wissenschaftlern helfen

Bei der strukturellen Bildgebung etabliert sich zunehmend die DTI-Traktografie (Diffusions Tensor Imaging) als wichtiges Hilfsmittel. Im "Human Conectome Project" wird die DTI auch eingesetzt, um alle Faserverbindungen des Gehirns zu kartieren. Diese "Landkarte des Gehirns" soll auch ein besseres Verständnis der funktionellen Verbindungen sowie der unterschiedlichen krankheitsspezifischen Störungsbilder ermöglichen.

Auf dem AAN-Kongress wurden auch neue Daten der ADNI-Arbeitsgruppe (Alzheimers Disease Neuroimaging Initiative) diskutiert, die eine spezifische "Signatur" der verschiedenen Stadien der Alzheimer-Demenz ermöglichen sollen. Eine solche Signatur könnte aus spezifischen mikrostrukturellen und biologischen Veränderungen bestehen.

Wegweisend für das Update der Diagnoseleitlinien sind die Kriterien verschiedener Alzheimer-Gesellschaften. Sie sehen eine Dreiteilung in eine klinische Alzheimer-Demenz, ein frühes und spätes MCI und eine präklinische Alzheimer-Demenz vor.

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