Ärzte Zeitung online, 16.05.2011

Vorhofflimmern beeinträchtigt die Hirnleistung bei Frauen

HONOLULU (kra). Frauen mit Vorhofflimmern bekommen offenbar vermehrt kognitive Probleme. Vor allem das Risiko für nicht-amnestische Einbußen ist bei ihnen erhöht.

Vorhofflimmern ist bekanntlich mit einer verringerten kardialen Auswurfmenge, einer zerebralen Hypoperfusion, mit Thromboembolien und einem erhöhten Demenzrisiko assoziiert. Kognitive Defizite mit amnestischem MCI und multiplen Hirnleistungsstörungen scheinen dabei am häufigsten in eine Alzheimer-Demenz überzugehen, nicht-amnestische Formen dagegen eher in eine vaskuläre oder Lewy-Körper-Demenz.

Eine Kohortenstudie prüfte nun, ob Vorhofflimmern auch bereits mit einem erhöhten Risiko von leichten kognitiven Einbußen (Mild Cognitive Impairment, MCI) verbunden ist. Dabei wurden zunächst 1450 kognitiv unauffällige Teilnehmer im Alter von über 75 untersucht.

Innerhalb von 4,3 Jahren entwickelten insgesamt 296 Teilnehmer ein MCI (70,7 pro 1000 Personenjahre). Bei Teilnehmern mit Vorhofflimmern zu Studienbeginn war die MCI-Häufigkeit deutlich erhöht, allerdings insgesamt nicht statistisch signifikant, hieß es auf der Jahrestagung der US-Neurologengesellschaft AAN in Honolulu.

Dagegen zeigten Subgruppenanalysen für Frauen mit Vorhofflimmern ein knapp dreifach erhöhtes Risiko für ein MCI ohne Gedächtnisprobleme, männliche Studienteilnehmer waren nicht überproportional betroffen. Eine amnestischen MCI waren bei beiden Geschlechtern jedoch nicht mit Vorhofflimmern assoziiert.

Vorhofflimmern scheint damit zumindest bei Frauen das Risiko für eine vaskuläre Demenz oder eine Lewy-Körper-Demenz zu erhöhen.

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