Ärzte Zeitung online, 01.06.2011

Fördert Stress Alzheimer?

MÜNCHEN (eb). Wer Stress hat, könnte anfälliger für Alzheimer sein. Forscher haben nach eigenen Angaben in Tierversuchen nachgewiesen, dass Stresshormone krankhafte Veränderungen in Nervenzellen bewirken, die womöglich die Demenz-Erkrankung fördern.

Fördert Stress Alzheimer?

Stress kann Alzheimer fördern oder gar verursachen, vermuten Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Psychiatrie.

© fotolia.com

Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Psychiatrie in München und der Universität von Minho in Braga (Portugal) haben festgestellt, dass sich im Gehirn von Ratten, die Stress ausgesetzt sind, zwei Proteine verändern (Journal of Neuroscience, 2011; 31(21):7840-7847).

Wie das Institut mitteilte, stieg in den Versuchen einerseits die Anzahl der neurotoxisch wirkendem Beta-Amlyoid-Proteine im Gehirn der Ratten, andererseits entstand übermäßig phosphoryliertes Tau-Protein.

"Beide Prozesse stehen am Anfang der Alzheimer-Erkrankung und sind Ausgangspunkt für die pathologischen Prozesse, die die Zerstörung von Nervenverbindungen und schließlich das Absterben der Nervenzellen verursachen", schrieb das Max-Planck-Institut für Psychiatrie in einer Mitteilung.

Stress gar ein Auslöser?

Die Wissenschaftler vermuten nun, dass Stress ein Auslöser für Alzheimer sein könnte.

"Die Ergebnisse zeigen, dass Stresshormone und Stress das Tau-Protein wie bei Morbus Alzheimer verändern können", erklärte Dr. Osborne Almeida vom Max-Planck-Institut für Psychiatrie. Er schließt daraus, dass Stress die Alzheimer-Erkrankung verschlimmert. Daher sollte Stress vermieden werden.

"Wer regelmäßig Stress ausgesetzt ist, könnte auf diese Weise anfälliger für Alzheimer werden. Dabei steigt die Anfälligkeit mit dem Alter", sagte Almeida.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Rätselhafter Demenz-Rückgang

Eine US-Studie deutet erneut auf eine fallende Demenz-Inzidenz, und zwar besonders in Geburtsjahrgängen ab 1925. Wisssenschaftliche Erklärungen für die Beobachtung fallen schwer. mehr »

Immuntherapie gewinnt an Stellenwert in der MS-Therapie

Die Therapieoptionen bei Multipler Sklerose (MS) haben sich erweitert. Neue Substanzen werden daher auch in die aktualisierten Leitlinien Einzug halten. mehr »

Polarisierung – Chance für das Parlament

Gesundheitspolitik in Zeiten der großen Koalition – das stand für die fehlende Konkurrenz der Ideen. Der Souverän hat die Polarisierung gewollt. Das ist eine Chance für die Demokratie. mehr »