Ärzte Zeitung, 09.07.2013

Vorhofflimmern

Turbo für den geistigen Abbau?

Vorhofflimmern wirkt anscheinend wie ein Tempomacher, der die Abnahme kognitiver Funktionen beschleunigt.

WASHINGTON. Patienten mit Vorhofflimmern erreichen die Schwelle zu kognitiven Defiziten oder Demenz früher als Personen ohne Vorhofflimmern, lautet das Ergebnis einer großen epidemiologischen Studie (Cardiovascular Health Study, Neurology 2013, Online 5. Juni).

Studienteilnehmer waren 5150 Personen über 65 Jahre, die zu Beginn weder Vorhofflimmern noch einen Schlaganfall in ihrer Vorgeschichte hatten. Sie unterzogen sie sich jährlich einem modifizierten Mini-Mental-Status-Test (3MSE mit 100-Punkte-Skala).

Im Zeitraum von sieben Jahren entwickelte jeder zehnte Teilnehmer ein Vorhofflimmern. Bei ihnen verlief der Abbau kognitiver Fähigkeiten, gemessen am Abfall des 3MSE-Punkte-Scores, rascher als bei Personen ohne diese Arrhythmie.

So ließ sich nach Berechnungen bei Teilnehmern, die 80 Jahre alt waren, bis zum 85. Lebensjahr im Schnitt ein Abfall um 6,4 Score-Punkte vorhersagen. Bei Teilnehmern mit Vorhofflimmern betrug der Rückgang in der gleichen Lebensphase im Schnitt 10,3 Punkte - ein absoluter Unterschied um 3,9 Punkte.

Jene Teilnehmer mit Vorhofflimmern, die beim 3MSE-Score 78 Punkte und damit die Schwelle zur Demenz erreichten, waren zu diesem Zeitpunkt im Schnitt zwei Jahre jünger als entsprechende Teilnehmer ohne Arrhythmie (85 versus 87 Jahre). (ob)

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