Ärzte Zeitung online, 07.08.2013
 

Alzheimer-Therapiezentrum Ratzeburg

Reha für Demenz-Angehörige

Die Betreuung eines Demenzkranken zehrt an den Kräften. Oft entwickeln pflegende Angehörige eine Depression. Im Alzheimer-Therapiezentrum Ratzeburg werden beide gut behandelt. Doch die meisten Pflegenden kommen zu spät.

Von Pete Smith

Reha für Demenz-Angehörige

Sorge um den erkrankten Angehörigen: Die Partner vieler Demenzpatienten erkranken selbst an einer Depression.

© photos.com

RATZEBURG. Demenz bedeutet: eine Diagnose, zwei Patienten. Vor allem jene Menschen, die ihren an Alzheimer erkrankten Partner pflegen, sind einer derart hohen Belastung ausgesetzt, dass sie oft selbst erkranken, meistens an einer Depression.

Als erste Einrichtung ihrer Art in Deutschland stellt das Alzheimer-Therapiezentrum in Ratzeburg die pflegenden Angehörigen in den Mittelpunkt. Sie sind die Rehabilitanden, während die von ihnen betreuten Demenzpatienten den Status einer Begleitperson haben.

"Was wir anbieten, ist etwas ganz Besonderes", sagt Synan Al-Hashimy, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie sowie Chefarzt des Alzheimer-Therapiezentrums Ratzeburg.

"Wir haben uns auf die Behandlung von pflegenden Angehörigen von Demenzkranken spezialisiert. Aber weil es für viele Menschen so schwierig ist, ihren Partner in andere Hände zu übergeben, bieten wir ihnen die Möglichkeit, dass sie ihn während ihrer Reha mitbringen."

Drei Optionen der Betreuung

90 Prozent der Rehabilitanden am Alzheimer-Therapiezentrum Ratzeburg nutzen dieses Angebot, sagt Al-Hashimy, der vor der Eröffnung der Einrichtung im Januar 2012 als Oberarzt der Gerontopsychiatrie und Psychogeriatrie in Schleswig tätig gewesen ist. Drei Varianten sind denkbar...

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