Diabetes

Sammeln Sie CME-Punkte - 30 Tage kostenlos mit e.Med
Modul: Strategien zur Gewichtsreduktion bei Typ-2-Diabetes

Weitere Module zu anderen Themen auf der Startseite unserer Sommerakademie
Ärzte Zeitung, 19.11.2004

Insulindetemir reduziert Hypoglykämien

Therapie mit Insulin-Analoga senkt HbA1cbei Typ-1-Diabetikern stärker als humanes Normalinsulin plus NPH-Insulin

MÜNCHEN (hbr). Das neue basale Insulindetemir hat in einer klinischen Studie den HbA1c verbessert und zudem die Unterzuckerungsrate gesenkt.

An der Untersuchung, die Dr. Tim Heise vom Profil Institut für Stoffwechselforschung in Neuss vorgestellt hat, haben 595 Patienten mit Typ-1-Diabetes teilgenommen. Sie wurden in zwei Behandlungsgruppen aufgeteilt. Die Patienten in der einen Guppe verwendeten zur Glukose-Einstellung Analog-Insuline: für die basale Insulinabdeckung das neue Insulindetemir (Levemir®) und als schnell wirksamen Bolus das Insulin Aspart (NovoRapid®). Die andere Gruppe setzte ein humanes Normalinsulin und für den Basalbedarf ein NPH-Insulin (Neutral Protamin Hagedorn) ein.

Nach 18 Wochen wurde der HbA1c gemessen. Das Ergebnis: Die Patienten, die Insulindetemir und Insulin aspart erhalten hatten, hatten ihren HbA1c um 0,5 Prozentpunkte verringert, bei den Patienten der zweiten Gruppe wurde nur eine Senkung um 0,28 Prozentpunkte erreicht. Diese Differenz war statistisch signifikant. Dabei ergaben sich zudem Unterschiede im Hypoglykämierisiko - die Raten nächtlicher Unterzuckerungen waren mit Insulindetemir und Insulin Aspart im Vergleich zur herkömmlichen Therapie um 55 Prozent geringer, so Heise bei einer Veranstaltung des Unternehmens Novo Nordisk in München.

Heise bewertet diese Ergebnisse als einen besonderen Erfolg, da gleichzeitig der HbA1c und die Hypoglykämierate verringert wurden. Vor der Studie hatten Tests gezeigt, daß die blutzuckersenkende Wirkung von Insulindetemir für Patienten von Tag zu Tag gleichmäßiger war als mit anderen Basalinsulinen. Das Risiko, bei einer Injektion mehr als die doppelte Insulinwirkung und dadurch eine Hypoglykämie zu erhalten, beträgt danach nur 0,1 Prozent, bei anderen untersuchten Basalinsulinen aber mindestens drei Prozent. Das Risiko, daß die Injektion umgekehrt nur die Hälfte der erhofften Wirkung bringt, liege bei nur 0,5 Prozent, für andere untersuchte Basalinsuline ab sieben Prozent.

Darüber hinaus scheint Insulindetemir für Typ-1- und Typ-2-Patienten die Gewichtskontrolle zu erleichtern. So nahmen die Teilnehmer in mehreren Untersuchungen damit weniger zu als mit NPH-Insulin. Teilweise kam es sogar zu einer leichten Gewichtsabnahme, sagte Heise.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Was schützt wirklich vor der prallen Sonne?

Auch beim Sonnenschutz setzen immer mehr Menschen auf Naturprodukte. Forscher haben die Schutzwirkung von Samen und Ölen untersucht - mit zwiegespaltenem Ergebnis. mehr »

"Abwarten und Teetrinken geht nicht mehr"

Unser London-Korrespondent Arndt Striegler beobachtet die Brexit-Verhandlungen hautnah - und ist verwundert über die May-Regierung, während die Ärzte immer mehr in Panik verfallen. mehr »

Pflege bleibt Problembereich

Der Abrechnungsbetrug im Gesundheitswesen ist 2016 drastisch zurückgegangen. Die erweiterten Kontrolloptionen der Leistungsträger müssen aber erst noch Wirkung zeigen. mehr »