Ärzte Zeitung, 05.04.2005

Pioglitazon wirkt bei Diabetes günstig auf Lipide

MANNHEIM (hbr). Glitazone senken bei Diabetikern nicht nur den HbA1c, sondern auch das Lipidprofil wird beeinflußt. Dabei haben Patienten, die mit Pioglitazon behandelt werden, offenbar besondere Vorteile: Neue Daten belegen eine deutlich bessere Entwicklung der Werte für HDL-Cholesterin, Triglyceride und die LDL-Partikelgröße.

Darauf hat Privatdozent Dr. Karl Winkler von der Universität Freiburg bei der Kardiologentagung in Mannheim hingewiesen. So wurde in einer Studie der Effekt der Insulinsensitizer Pioglitazon und Rosiglitazon auf Lipidparameter bei über 650 Typ-2- Diabetikern mit Dyslipidämie untersucht.

Für die Dyslipidämie von Typ-2-Patienten ist eine atherogene Trias typisch. Dazu gehören erhöhte Triglyceride, niedriges HDL-Chol-esterin und ein hoher Anteil an small-dense-LDL-Cholesterin. Die Patienten der Studie hatten zu Beginn Triglyceridwerte von mindestens 150 mg/dl nüchtern und höchstens 130 mg/dl bei den LDL-Werten.

Alle Teilnehmer erhielten zunächst vier Wochen lang ein Placebo. Anschließend wurden sie einem von zwei Studienarmen zugeordnet. Die Patienten der Pioglitazongruppe steigerten die Einstiegsdosis von täglich 30 mg nach zwölf Wochen auf 45 mg. Die Patienten der Rosiglitazon-Gruppe begannen mit 4 mg und erhöhten nach zwölf Wochen auf das Doppelte. Kein Teilnehmer nahm vor oder während der Studie lipidsenkende Medikamente ein.

Die Bilanz nach 24 Wochen Glitazonbehandlung zeigte: Die HbA1c- Absenkung war in beiden Gruppen gleichwertig. Mit Rosiglitazon waren die Triglizerid-Werte um 15 Prozent gestiegen, mit Pioglitazon (Actos®) jedoch um zwölf Prozent gesunken. Mit Pioglitazon stiegen außerdem die HDL-Werte um 5,2 mg/dl, das entspricht knapp 15 Prozent. In der Vergleichsgruppe stiegen die Werte um 2,4 mg/dl.

Zwar verzeichneten beide Gruppen höhere LDL-Werte - um 21 mg/dl bei Rosiglitazontherapie und um 12 mg/dl mit Pioglitazon. Gleichzeitig nahm aber jeweils die LDL-Partikelgröße zu. Das LDL-Profil sei damit insgesamt günstiger, so Winkler bei einer Veranstaltung des Unternehmens Takeda.

Die Zunahme betrug bei den mit Pioglitazon behandelten Patienten aber 0,46 nm und war damit um ein Drittel höher als mit Rosiglitazon. Weil die kleinen dichten LDL-Partikel besonders atherogen sind, könnte die Größenzunahme bedeuten, daß das Artherosklerose-Risiko sinkt. Alle beobachteten Unterschiede in den Lipidparametern waren signifikant.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Hüpfen und Einbeinstand halten fit

Hüpfen, Treppensteigen oder auf einem Bein Zähneputzen: Mit bewussten, einfachen Übungen können alte Menschen ihre Beweglichkeit erhöhen und die Sturzgefahr senken. mehr »

Gala mit Herz und Verstand

Mit einer festlichen Gala hat Springer Medizin pharmakologische Innovationen und ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet. Die Preisträger vermittelten Hoffnung auf Heilung und auf Hilfe, hieß es am Donnerstagabend. mehr »

Das sind die Gewinner des Galenus-von Pergamon-Preises 2017

Mit dem Galenus-von-Pergamon-Preis, der auch international große Anerkennung findet, wurden erneut Exzellenz in der deutschen pharmakologischen Grundlagenforschung und die Entwicklung innovativer Arzneimittel gekürt. mehr »