Ärzte Zeitung, 19.05.2005

Spezielles Programm macht Diabetikern Appetit auf Sport

Halbstündige Trainingseinheit mit Puls- und Blutzuckermessung / Nutzen des Programms wird jetzt in einer Studie überprüft

BERLIN (grue). Mehr Praxis, weniger Theorie - daran orientiert sich ein Sport-Trainingsmodul für Diabetiker, das in bestehende Schulungskonzepte integriert werden kann.

Der Baustein "Wie Diabetiker zum Sport kommen" (DiSko-Projekt) soll Diabetiker behutsam an Sport heranführen und Erfolgserlebnisse vermitteln.

    Diabetiker lernen, ihren Blutzucker beim Sport richtig zu kontrollieren.
   

"Wir verfolgen damit ein erlebnispädagogisches Konzept, das sich mit einem zeitlichen Aufwand von 90 Minuten in etablierte Schulungsprogramme für Typ-2-Diabetiker einbauen läßt", sagte Professor Martin Halle aus München bei einer Veranstaltung des Unternehmens LifeScan in Berlin. Das Unternehmen unterstützt das von der Deutschen Diabetes Gesellschaft und dem Verband der Diabetesberatungs- und Schulungsberufe entwickelte Projekt.

Im Zentrum steht eine halbstündige Trainingseinheit, die zügiges Gehen mit Puls- und Blutzuckermessung vorsieht. In der Sportstunde wird auch gezeigt, wie Diabetiker verantwortungsvoll üben können.

Dazu gehört unter anderem die Blutzucker-Selbstkontrolle, mit der besonders insulinpflichtige Diabetiker Hyper- und Hypoglykämien vermeiden können.Zuverlässige Werte vor und nach dem Sport liefert zum Beispiel das Blutzuckermeßgerät OneTouch® ultra®.

Die Messung dauert nur fünf Sekunden. Beim OneTouch® UltraSmart® können in Form eines elektronischen Tagebuchs zusätzliche Details wie sportliche Betätigung eingegeben werden. So ist bei späterer Auswertung der direkte Zusammenhang zwischen Aktivität und Blutzuckerwert ersichtlich.

Ob sich mit solchen Maßnahmen die Haltung der Diabetiker zu Sport ändert, wird derzeit in einer kontrollierten Studie mit 100 nicht-insulinpflichtigen Typ-2-Diabetikern geprüft. Alle Teilnehmer erhalten eine Diabetesschulung, aber nur die Interventionsgruppe nimmt einmalig am DiSko-Projekt teil. Nach sechs und zwölf Monaten wird geschaut, was die Probestunde tatsächlich bewirkt hat.

Infos zum Disko-Projekt gibt es bei LifeScan, Tel.: 08 00 / 7 07 70 07

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Abwarten schlägt Op

Zumindest in den ersten sechs Jahren nach Diagnose haben Männer mit lokalisiertem Prostata-Ca eine bessere Lebensqualität, wenn sie sich nicht unters Messer legen. mehr »

No deal-Brexit? Dieses Szenario lässt NHS-Angestellte schaudern

Je mehr Zeit in ergebnislosen Verhandlungen verrinnt, desto nervöser werden Beschäftigte vor allem im Gesundheitswesen. Ein Brexit ohne Vertrag mit der EU? Im NHS fürchtet man in diesem Fall ein Desaster. mehr »

Der reine Telearzt kommt

Fernbehandlung ohne Erstkontakt in der Praxis? Im Ländle wird dieses Modell jetzt erstmals getestet. Die Kammer dort hat gerade das erste Projekt genehmigt. mehr »