Ärzte Zeitung, 13.07.2005

Bei guter Blutzuckerkontrolle sind postprandiale Werte wichtig

Bei HbA1cunter acht Prozent sind postprandiale Werte entscheidend für eine gute Einstellung / Therapieziel mit Analog-Insulin gut zu erreichen

SAN DIEGO (ner). Harsche Selbstkritik haben Ärzte beim Diabetes-Kongreß in den USA geübt. Nur ein Viertel aller Diabetiker sei akzeptabel eingestellt. Der mittlere HbA1c liege deutlich über neun Prozent.

"Wonach sollte man sich richten bei der Blutzuckereinstellung - nach dem Nüchternblutzucker oder nach postprandialen Werten?", fragte Professor Satish K. Garg aus Denver in Colorado bei dem Kongreß in San Diego in Kalifornien.

Sein Tip: Bei schlechten HbA1c-Werten ab neun Prozent sollte zunächst primär der Nüchternblutzucker gesenkt werden, weil er überwiegend die Gesamtstoffwechsellage repräsentiert. Das ändert sich jedoch mit verbesserter Blutzuckerkontrolle. Ab HbA1c-Werten zwischen sieben und acht Prozent gewinnt der postprandiale Blutzucker stark an Bedeutung, um HbA1c- Zielwerte von unter 7 Prozent erreichen zu können, so Garg bei einem vom Unternehmen Sanofi-Aventis unterstützten Symposium.

Schnellwirksame Insulin-Analoga hätten dabei Vorteile im Vergleich zu Humaninsulin, zumal viele Diabetiker ihre Spritz-Eßabstände nicht einhielten, so Garg. So sinke der HbA1c relativ stärker und die unter Insulintherapie typische Gewichtszunahme sei offenbar weniger stark ausgeprägt, so Garg. Er verwies auf eine multinationale Vergleichsstudie mit 860 Typ-1-Diabetikern, die entweder Humaninsulin oder Insulin glulisin (Apidra®) gespritzt hatten.

Besonders wenn Insulin glulisin erst nach der Mahlzeit gespritzt werde, resultierten signifikante Unterschiede bei der Gewichtszunahme. Mit einem Human-insulin nahmen 38 Prozent der Patienten mehr als ein Kilogramm zu, mit dem Analog-Insulin 26 Prozent.

Die Effekte des in Deutschland seit 2004 zugelassenen Insulins glulisin seien ähnlich denen anderer Analog-Insuline, wie Vergleichsstudien ergeben haben. Jedoch scheinen bei Anwendung in Insulinpumpen Katheterokklusionen weniger oft vorzukommen. Auch hyperglykämische Episoden (BZ über 350 mg/dl) kamen in einer Vergleichsstudie signifikant seltener vor als bei einem Vergleichsprodukt (21 versus 40 Prozent).

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