Ärzte Zeitung, 17.06.2005

Diabetiker profitieren von aggressiver LDL-Senkung

Mit 80 mg Atorvastatin 25 Prozent weniger kardiovaskuläre Ereignisse / Vergleich mit 10 mg / Analyse der TNT-Studie

SAN DIEGO (ner/Rö). Auch Typ-2-Diabetiker mit Koronarer Herzkrankheit profitieren von einer aggressiven Statintherapie. Die Rate schwerer kardiovaskulärer Ereignisse ist im Vergleich zur moderaten Lipidsenkung um 25 Prozent vermindert.

Dies hat eine post-hoc-Analyse von Daten der TNT-Studie (Treating to new Targets) zur LDL-Senkung mit Atorvastatin (in Deutschland als Sortis® im Handel) ergeben.

    Hochdosierung
senkte das LDL im Schnitt auf
77 mg/dl.
   

Bei der Analyse, die jetzt beim US-Diabetes-Kongreß vorgestellt worden ist, sind die Daten von 1500 Typ-2-Diabetikern mit Koronarer Herzkrankheit analysiert worden. Die Patienten waren im Durchschnitt 63 Jahre alt. Sie hatten doppelblind entweder 10 mg oder 80 mg Atorvastatin täglich eingenommen. Die Studie lief fünf Jahre lang.

Die Patienten mit niedriger Dosis hatten im Schnitt LDL-Werte von 99 mg/dl. Mit der hohen Dosis wurde das LDL im Mittel auf 77 mg/dl reduziert, wie Dr. James Shepherd aus Glasgow in Großbritannien berichtete.

Bereits mit zehn mg des Statins wird die kardiovaskuläre Ereignisrate bei KHK-Risikopatienten verringert. Mit 80 mg wird sie allerdings noch weiter reduziert. Die Rate von tödlichen und nichttödlichen Herzinfarkten, Schlaganfällen sowie zerebrovaskulären Ereignissen lag bei den Patienten mit niedriger Dosis bei 18 Prozent, bei Patienten mit hoher Dosis jedoch nur bei 14 Prozent. Die Schlaganfallraten betrugen entsprechend sechs und vier Prozent, die Sterberaten aufgrund koronarer Ereignisse vier und drei Prozent.

Die Raten unerwünschter Wirkungen unterschieden sich mit fünf bis sieben Prozent in beiden Gruppen nicht signifikant.

Im Vergleich zur Gesamtstudie, an der mehr als 15 000 KHK-Patienten mit und ohne Diabetes mellitus teilgenommen hatten, war die Ereignisrate bei den Diabetikern erwartungsgemäß höher. Der Vorteil der aggressiven Cholesterinsenkung hatte bei Diabetikern mit 25 Prozent jedoch das gleiche Ausmaß wie in der Gesamt-Population der Studie, in der es 22 Prozent waren.

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