Diabetes

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Ärztliche Allgemeine, 07.11.2005

Vier Wochen vor einer Reise sollten Diabetiker durchgecheckt werden

Heißes Klima, ungewohntes Essen, Erkältungen oder Durchfall sind häufige Belastungen auf Reisen. Hat ein reisefreudiger Diabetiker genug Reserven, um damit fertig zu werden? Wie ist dabei die antidiabetische Therapie anzupassen? Diese Fragen sind bei der reisemedizinischen Beratung von Diabetikern zu klären.

Besonders ältere Diabetiker brauchen Rat, wie sie die Insulindosis auf Reisen anpassen sollten. Foto: Sanofi-Aventis

Für Diabetiker wird vier Wochen vor einer größeren Reise eine Kontrolluntersuchung empfohlen, bei der der Gesundheitspaß Diabetes aktualisiert sowie die Blutzuckereinstellung und der HbA1c überprüft werden. Bei älteren Diabetikern wird zudem zu einem EKG geraten. Weiter sind zu klären:

  • Wie gut ist der Stoffwechsel eingestellt?
  • Wie gut sind Compliance und Selbstkontrolle?
  • Gibt es Organkomplikationen?
  • Welche Belastungen sind auf Reisen zu erwarten?

Ergeben sich dabei Hinweise auf Risiken, müssen die Patienten dazu intensiv beraten werden. Als Kontraindikationen für Auslandsreisen gelten zum Beispiel häufige schwere Hypoglykämien, schwere Fußulzera und schwere Organkomplikationen.

Für die An- und Rückreise sollten Diabetiker einen Drei-Tages-Bedarf an Medikamenten, Teststreifen und Spritzen im Handgepäck haben. Ständig verfügbar sein sollten zudem kleine kohlenhydratreiche Zwischenmahlzeiten und Traubenzucker zum Schutz vor Hypoglykämien. Ebenfalls ins Handgepäck gehört ein Diabetiker-Ausweis in der Landessprache.

Einen solchen Ausweis in 25 Sprachen von Professor Rüdiger Petzold gibt es zum Beispiel beim Verlag Kirchheim (Bezug unter Tel.: 07 11 / 66 72 19-24, Fax: -74, E-Mail svk@svk.de). Patienten sollten sich zudem in ihrer Hausapotheke erkundigen, ob ihre Medikamente im Reiseland verfügbar sind oder welche Präparate dort alternativ angeboten werden. Dafür sollten vorsorglich Rezepte mitgegeben werden.

Insulin wird generell seltener durch Hitze als durch Kälte geschädigt. Hitze über 40°C ist aber zu meiden. Bei heißem Klima sollte Insulin in einer kalt ausgespülten Thermoskanne gelagert werden. Schnell unwirksam wird Insulin bei Minustemperaturen. Optimal ist die Lagerung im Kühlschrank bei etwa 8°C.

Patienten brauchen zudem Verhaltensregeln bei Hypoglykämien sowie zur Anpassung der Therapie bei Fieber oder auch Durchfall/Erbrechen. Patienten-Merkblätter hierzu hat die Tropenklinik Paul-Lechler-Krankenhaus in Tübingen zusammengestellt, sie sind im Internet abrufbar (www.tropenklinik.de, "Diabetes auf Reisen" anklicken!).

Auch die Fußpflege ist ein wichtiges Beratungsthema. Ungeeignete Schuhe bei Wanderungen, Verletzungen oder Verbrennungen durch heißen Sand oder Fliesen können nämlich zu komplizierten schlecht-heilenden Läsionen führen.

Wenn insulinabhängige Diabetiker lange Flugreisen planen, dann muß das Problem der Zeitverschiebung angesprochen werden. Bei Basalinsulinen wird meist empfohlen, die Dosis anzupassen. Beispiel: Wer Richtung Osten sechs Zeitzonen überfliegt, der sollte am Flugtag seine Insulindosis um sechs 24stel, also ein Viertel, reduzieren. Bei Reisen Richtung Westen muß die Dosis entsprechend erhöht werden, natürlich immer begleitet von Blutzuckerkontrollen. Weitere Infos hierzu gibt es unter www.diabeteshaus.de oder www.minimed.de. (eis)

Bei www.diabetikerbund.de gibt es das Patientenmerkblatt "Diabetiker auf Reisen" ("Service" und "Reisetips" anklicken!)

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