Diabetes

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Modul: Der Diabetespatient in der Notfallversorgung – Synopsis für den ambulanten Sektor, den Rettungsdienst und die Notaufnahme

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Ärzte Zeitung, 12.10.2005

Antidiabetikum schützt Herz und Hirn

Studie legt nahe, daß Pioglitazon bei Patienten mit Diabetes und KHK vorteilhaft ist

DRESDEN (gvg). Patienten mit klinisch manifester Atherosklerose und Diabetes mellitus Typ 2 sind Kandidaten für einen Insulinsensitizer. Dies folgern Kardiologen aus der Proactive-Studie.

In der Proactive-Studie (Prospective Actos Clinical Trial in Macrovascular Events) hatten Diabetiker nach Myokardinfarkt, Apoplexie oder einer anderen makrovaskulären Symptomatik entweder 45 Milligramm Pioglitazon (Actos®) oder Placebo zur bestehenden antidiabetischen Therapie bekommen.

Nach drei Jahren lag die als sekundärer Endpunkt definierte Ereignisrate: Tod, Myokardinfarkt oder Apoplex in der Verumgruppe bei 12,3 Prozent, im Vergleich zu 14,4 Prozent bei Placebo (p=0,027).

Für Professor Kristian Rett von der deutschen Klinik für Diagnostik in Wiesbaden sollte dieses Ergebnis Konsequenzen für die Therapie bekommen: "Wer zusätzlich zu einem Diabetes eine klinisch manifeste Atherosklerose hat, braucht künftig einen Insulinsensitizer", so Rett auf der Kardiologie-Tagung in Dresden.

Der Vorteil für Pioglitazon sei erreicht worden, obwohl die Patienten beim Fett- und Zuckerstoffwechsel sehr gut eingestellt waren. Es handele sich also um einen Zusatznutzen durch die medikamentöse Verringerung der Insulinresistenz, so Rett auf der vom Unternehmen Takeda unterstützten Veranstaltung.

Rett erinnerte daran, daß Menschen mit Typ-2-Diabetes und vorausgegangenem kardiovaskulärem Ereignis eine sehr schlechte Prognose haben und daher eine intensive Therapie benötigten. "Die Hälfte der Patienten mit einem Typ-2-Diabetes und Myokardinfarkt lebt nach acht Jahren nicht mehr", so Rett. Diese Aussichten stünden denen bei vielen Tumorerkrankungen in nichts nach.

Professor Dietrich Gulba vom Klinikum Düren betonte, daß die in der Studie bei Proactive beobachtete, erhöhte Neigung zu Herzinsuffizienzepisoden klinisch gut beherrschbar sei.

Bei einigen Patienten sei, ähnlich wie nach Beginn einer Insulintherapie, eine Anpassung der diuretischen Medikation erforderlich. Klinisch schwere Verläufe mit Todesfolge würden unter der Behandlung mit Insulinsensitizern nicht häufiger beobachtet als bei Placebo.

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