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Ärzte Zeitung, 16.01.2007

Duloxetin-Effekt bei Polyneuropathie bestätigt

Schmerzen sind verglichen mit Placebo um die Hälfte vermindert / Bei unerwünschten Wirkungen Einnahme abends

KÖLN (hbr). Bei Patienten mit schmerzhafter diabetischer Polyneuropathie ist die Schmerzlinderung oft kompliziert. Aber viele Patienten profitieren von Duloxetin: Es verringert den Schmerz signifikant.

"Wir können den Patienten nicht versprechen, dass sie gar keine Schmerzen mehr haben werden", sagt Dr. Sigrun Jung aus Simmern. "Aber die neuropathischen Schmerzen können damit gut verringert werden. Dafür sind die meisten Patienten sehr dankbar.", berichtete Jung beim Peaks & Valleys Kolloquium des Unternehmens Lilly in Köln.

Mit den empfohlenen Dosierungen von täglich 60 und 120 mg Duloxetin (Cymbalta®) kann nach den Ergebnissen einer Studie eine Verringerung der Schmerzintensität um die Hälfte erreicht werden. "Das empfinden die Patienten als deutliche Besserung", so die Diabetologin. Als klinisch relevant gilt eine Verminderung der Schmerzen um 30 Prozent.

    Klinisch relevant ist Verringerung der Schmerzen ab 30 Prozent.
   

Als unerwünschte Wirkung der Therapie kann eine leichte Übelkeit vorkommen, etwa bei jedem zweiten Patienten. Auch Schwindel und Schläfrigkeit kommen vor. Solche Wirkungen verlieren sich nach zwei bis drei Wochen aber meist wieder.

Nach Jungs Erfahrung tolerieren die Patienten diese Phase besser, wenn man sie über mögliche unerwünschte Effekte aufklärt. Zusätzlich kann die abendliche Einnahme vor dem Schlafengehen helfen: Die Probleme verschwinden dann im Schlaf.

Der Effekt von Duloxetin beruht auf seinem Einfluß auf die absteigenden, hemmenden Schmerzbahnen des Zentralnervensystems. Als selektiver Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmer sorgt es dafür, daß diese beiden Substanzen im synaptischen Spalt länger wirken. Das verstärkt die hemmende Wirkung der absteigenden Bahnen. Als Folge steigt die zuvor stark erniedrigte Schmerzschwelle wieder an und das Schmerzempfinden nimmt ab.

STUDIENDESIGN

An einer Studie zur Wirkung von Duloxetin haben 457 Patienten mit schmerzhafter diabetischer Polyneuropathie teilgenommen. Sie hatten seit elf Jahren Diabetes und seit mindestens sechs Monaten täglich Schmerzen. Dabei lag die mittlere Schmerzstärke auf der von null (schmerzfrei) bis zehn (stärkster vorstellbarer Schmerz) reichenden Likert-Skala bei 5,9 Punkten. Das kann den Alltag und die Lebensfreude erheblich beeinträchtigen, auch zum Beispiel durch Schlafstörungen. Die Patienten erhielten drei Monate lang entweder zweimal täglich 60 mg Duloxetin oder einmal täglich 60 mg, 20 mg oder ein Placebo. Sowohl 60 mg als auch 120 mg des Präparats verringerten den Schmerz im Vergleich zum Placebo signifikant. (hbr)

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