Ärzte Zeitung, 11.05.2007

Effekt von Lifestyle-Intervention hält lange an

Diabetes-Prävention mit Bewegung und Abspecken /  Inzidenz selbst drei Jahre nach Ende der Intervention niedrig

BERLIN (gvg). Körperliche Bewegung und Gewichtsabnahme sind die Schlüssel, Typ-2-Diabetes zu verhindern. In der Nachbeobachtung einer finnischen Studie wurde festgestellt, dass der Effekt eines befristeten Präventionsprogramms anhalten kann.

Bewegung ist das A und O, um der Entwicklung eines Diabetes vorzubeugen. Der Trainingseffekt ist lang anhaltend. Foto: dpa

Über die Studie, an der 522 übergewichtige Probanden mit gestörter Glukosetoleranz, jedoch ohne manifesten Diabetes mellitus, teilnahmen, wurde erstmals im Jahr 2001 berichtet. Die Hälfte der Probanden wurde einmal geschult und dann drei bis vier Jahre lang schriftlich über den Nutzen von Diät und körperlicher Bewegung informiert.

Gewicht wurde in drei Jahren moderat reduziert

Die andere Hälfte der Teilnehmer erhielt siebenmal im Jahr eine intensive persönliche Beratung. Außerdem wurde ein individuelles Bewegungsprogramm entworfen, dessen Erfolge in Fitnesstests kontrolliert wurden. Nach drei Jahren war die Diabetes-Inzidenz in der Gruppe mit intensivem Programm um 58 Prozent niedriger, obwohl das Gewicht nur um moderate 3,5 Kilogramm abgenommen hatte.

Eine neue Auswertung der Studie, über die Professor Stephan Martin vom Deutschen Diabetes Zentrum in Düsseldorf auf dem Praxis Update Allgemeinmedizin berichtete, hat jetzt die Situation drei Jahre nach Ende des Programms untersucht. Die Ergebnisse wurden auch in der Fachzeitschrift "The Lancet" publiziert (368, 2006, 1673).

"Über den gesamten Zeitraum hinweg ergab sich dabei eine um 43 Prozent reduzierte Diabetes-Inzidenz in der Interventionsgruppe", so Martin. Dies belege, dass eine intensive Lifestyle-Intervention Langzeiteffekte habe, die sich auch über die Intervention hinaus günstig auf die Entwicklung der Stoffwechselkrankheit auswirkten.

STICHWORT

Gestörte Glukosetoleranz

Eine gestörte Glukosetoleranz wird mit dem oralen Glukosetoleranz-Test (oGTT) festgestellt. Im oGTT wird die Glukose-Konzentration zwei Stunden nach Trinken von 75 Gramm Glukose im Blut bestimmt. Bei gestörter Glukosetoleranz liegt der Wert im venösen Plasma zwischen 140 und 200 mg / dl. Bei Patienten mit manifestem Diabetes mellitus liegt der oGTT-Wert über 200 mg / dl. Vor dem Test sollte die Kohlenhydrataufnahme mindestens drei Tage lang über 150 g / Tag liegen. (eb)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Parodontitis als Risikofaktor für Krebs?

Ist eine Zahnbettentzündung ein Risikofaktor für bestimmte Krebsarten? Innerhalb einer großen Gruppe Frauen in der Menopause haben Forscher deutliche Zusammenhänge gefunden. mehr »

Zwischen Trauer und Krankenversorgung

15:40Spanien steht unter Terror-Schock: Nach den Attacken in Barcelona und im Badeort Cambrils werden die Verletzten in 15 Krankenhäusern der Stadt behandelt. Die „Ärzte Zeitung“ berichtet fortlaufend über die Situation vor Ort. mehr »

3-D-Druck ersetzt Gips-Zahnabdrücke

Die 3-D-Technologie hat längst Einzug in die Medizin gehalten. In München gibt es eine volldigitale Kieferorthopädie-Praxis. Vom Scan bis zum 3-D-Druck des Zahnmodells läuft alles digital. mehr »