Diabetes

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Ärzte Zeitung, 08.05.2007

Antidiabetikum "einmal pro Woche" getestet

Placebo-kontrollierte Studie mit Exenatide / Therapie einmal pro Woche so effektiv wie zweimal täglich

FRANKFURT AM MAIN (hbr). Mit Exenatide steht Typ-2-Diabetikern seit kurzem eine neue Therapieoption zur Verfügung. Exenatide wird täglich zweimal subkutan injiziert. Derzeit wird zudem die Langzeitversion des Antidiabetikums getestet: Sie wird nur einmal wöchentlich appliziert, ist aber mindestens genauso effektiv.

Den Nutzen der einmal wöchentlichen Therapie belegen Daten, die Professor Baptist Gallwitz von der Uni Tübingen vorgestellt hat. An der Studie nahmen 45 Typ-2-Diabetiker mit einem mittleren Start-HbA1c von 8,5 Prozent teil. Sie injizierten einmal wöchentlich entweder 0,8 oder 2 mg der langwirksamen Variante (Exenatide-LAR) oder Placebo subkutan. Die kurzwirksame Form wird dagegen zweimal pro Tag appliziert.

Nach 15 Wochen hatte sich der HbA1c-Wert unter Placebo um 0,4 Prozentpunkte verschlechtert. In der Verumgruppe dagegen war er mit 0,8 mg um 1,3 Prozentpunkte, mit 2 mg sogar um 1,7 Prozentpunkte gesunken; zudem nahmen die Kranken 3,8 kg ab. Einen HbA1c unter sieben Prozent erreichten mit der hohen Dosis 86 Prozent: "Das kenne ich von keiner anderen Therapie", so Gallwitz bei einer Veranstaltung von Lilly in Frankfurt am Main.

Die HbA1c-Senkung ist sogar stärker als bei der kurzwirksamen Form von Exenatide (Byetta®), die seit kurzem erhältlich ist. Sie wird zweimal täglich in einer Dosis von 10 µg subkutan injiziert. Für sie belegen Studien eine signifikante Senkung des HbA1c-Wertes um etwa einen Prozentpunkt und eine Senkung postprandialer Werte. Auch hiermit verlieren die Patienten an Gewicht.

Exenatide eignet sich für Typ-2- Diabetiker mit erhaltener Restsekretion an Insulin, weil es die Ausschüttung des Hormons anregt. Das erfolgt glukoseabhängig, und zwar nur dann, wenn der Blutzucker etwa 110 mg / dl überschreitet. Zugelassen ist Exenatide in Kombination mit Metformin, einem Sulfonylharnstoff oder beidem, wenn sich mit diesen beiden Medikamenten keine akzeptable Stoffwechsel-Einstellung mehr erreichen lässt.

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