Diabetes

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Ärzte Zeitung, 22.05.2007

Exenatide hilft Diabetikern beim Abspecken

Magenentleerung verzögert

HAMBURG (grue). Das Inkretin-Mimetikum Exenatide wird nach Angaben des Hamburger Diabetologen Dr. Andreas Klinge häufig als Alternative zum Insulin gespritzt. Der Prüfarzt behandelt im Rahmen von Studien 20 Patienten mit dem neuen Antidiabetikum.

Exenatide (Byetta®) stimuliert glukoseabhängig die Insulinausschüttung und ist seit Kurzem zur Kombinationsbehandlung von Typ-2-Diabetikern zugelassen (wir berichteten). Mit dem neuen Medikament können die Patienten die Stoffwechseleinstellung verbessern und ihr Gewicht reduzieren. Das hat Klinge auf einer Veranstaltung des Unternehmens Lilly in Hamburg berichtet.

Der Wirkstoff wird zweimal täglich subkutan jeweils eine Stunde vor einer Mahlzeit in einer Standarddosis gespritzt. "Blutzuckerkontrollen sind höchstens einmal pro Woche nötig", sagte der Hamburger Diabetologe.

Unterzuckerungen kommen nicht vor, wenn Exenatide mit Metformin kombiniert wird. Bei Kombination mit Sulfonylharnstoffen muss das Hypoglykämie-Risiko des oralen Antidiabetikums einkalkuliert werden. Der HbA1c-Wert wurde in zwei Vergleichsstudien mit Exenatide ähnlich stark gesenkt wie mit einem langwirksamen Analoginsulin oder einem Mischinsulin.

Klinge sieht das Einsatzgebiet des Inkretin-Mimetikums vor allem bei übergewichtigen Diabetikern, bei solchen, die Angst vor Hypoglyk-
ämien unter Insulin haben und bei Patienten, die in ihrem Umfeld nicht durch Blutzuckermessen bei den Mahlzeiten auffallen wollen.

Ein wesentlicher Vorteil von Exenatide im Vergleich zu Insulin sei die Gewichtsreduktion, sagte Klinge. Die Patienten haben in Exenatide-Studien während einer siebenmonatigen Therapie durchschnittlich 1,9 Kilogramm abgenommen. Nach zwei Jahren betrug der Gewichtsverlust im Mittel 4,7 Kilogramm. Der Grund dafür ist ein verringerter Appetit und ein verstärktes Sättigungsgefühl, weil der Wirkstoff die Magenentleerung verzögert. Die Tagestherapiekosten für das neue Medikament betragen knapp vier Euro. Dafür entfallen jedoch die Kosten für die tägliche Blutzuckerselbstmessung.

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