Ärzte Zeitung, 23.05.2007

Patienten sollten zu Selbstmessung ermuntert werden

Positiver Effekt auf HbA1C

HAMBURG (grue). Die Blutzuckerselbstkontrolle sollte einen festen Platz im Diabetes-Management haben. Denn davon profitieren nicht nur die Patienten, sondern auch die behandelnden Ärzte.

Die Blutzuckerselbstkontrolle (BZSK) kann per se nicht den Verlauf bei Typ-2-Diabetes beeinflussen, zieht aber therapeutische Konsequenzen nach sich. "Deshalb sollte sie besonders bei neu-diagnostiziertem Typ-2-Diabetes selbstverständlich sein", sagte Professor Stephan Martin vom Westdeutschen Diabetes- und Gesundheitszentrum in Düsseldorf.

Mehrere Studien belegen, dass sich die BZSK günstig auf den HbA1C-Wert auswirkt. Eine retrospektive Datenauswertung von 3268 hausärztlich und internistisch betreuten Typ-2-Diabetikern hat darüber hinaus ergeben, das die BZSK das Risiko für tödliche und nicht-tödliche Diabetes-Komplikationen signifikant verringert (ROSSO: Self-Monitoring of Blood Glucose and Outcome in People with Type 2 Diabetes). Allerdings maßen weniger als die Hälfte der Patienten in einem Zeitraum von 6,5 Jahren mindestens ein Jahr lang regelmäßig ihren Blutzucker, sagte Martin.

Neue Stiftung soll Akzeptanz der BZSK fördern

Um die Akzeptanz der BZSK zu verbessern, hat die Deutsche Diabetes-Stiftung die von Roche unterstützte Tochterstiftung "Chance bei Diabetes" gegründet, die unter anderem eine Patientenbroschüre mit Tipps für die BZSK herausgibt. Sie enthält ein Blutzuckerlineal und Tabellen, mit denen ein Blutzuckertagesprofil erstellt werden kann. Die Patienten werden darin ermuntert, ihre Blutzuckerwerte prä- und postprandial nach den Hauptmahlzeiten und vor dem Schlafengehen zu bestimmen - anfangs häufiger, später in Absprache mit dem Arzt. "Der Patient bekommt so ein Gefühl für seine Krankheit", sagte Martin bei einer Veranstaltung von Roche Diagnostics. "Und dem Arzt helfen die Blutzuckerwerte bei der Therapiefindung".

Die kostenlose Broschüre "Neustart Diabetes" kann angefordert werden unter Tel.: 0 18 05 / 71 07 12. Die Stiftung bietet zum Thema auch Informationen im Internet: www.chance-bei-diabetes.de

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Hüpfen und Einbeinstand halten fit

Hüpfen, Treppensteigen oder auf einem Bein Zähneputzen: Mit bewussten, einfachen Übungen können alte Menschen ihre Beweglichkeit erhöhen und die Sturzgefahr senken. mehr »

Gala mit Herz und Verstand

Mit einer festlichen Gala hat Springer Medizin pharmakologische Innovationen und ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet. Die Preisträger vermittelten Hoffnung auf Heilung und auf Hilfe, hieß es am Donnerstagabend. mehr »

Das sind die Gewinner des Galenus-von Pergamon-Preises 2017

Mit dem Galenus-von-Pergamon-Preis, der auch international große Anerkennung findet, wurden erneut Exzellenz in der deutschen pharmakologischen Grundlagenforschung und die Entwicklung innovativer Arzneimittel gekürt. mehr »