Ärzte Zeitung, 14.11.2007
 

KOMMENTAR

Eine Aufgabe für die ganze Gesellschaft

Von Heinz Dieter Rödder

Bei vielen Veranstaltungen zum Welt-Diabetes-Tag wird heute wieder über die Prävention durch gesündere Ernährung und mehr Bewegung diskutiert und informiert.

Das ist schön, reicht aber nicht.

Denn die Informationen darüber, dass durch Lebensstiländerungen sich Übergewicht mindern und damit dem Diabetes vorbeugen lässt, sind ja nun wirklich weit verbreitet worden - bleiben aber im Alltag weiter schwierig umsetzbar. Forderungen wie, dass in Familien wieder gesund gekocht und gegessen werden sollte, gehen an der Realität des gesellschaftlichen Wandels vorbei.

Und es ist auch nicht die ureigen-ste Aufgabe von Ärzten, gesellschaftlichen Entwicklungen, die zu einer rasanten Zunahme des Gewichtes bereits in jungen Jahren beitragen, entgegenzusteuern. Der Zunahme der Adipositas vorzubeugen, ist eine Aufgabe für die Gesellschaft.

Eine Chance ist, gesünderes Verhalten im Kindergarten zu trainieren, denn die Gewichtszunahme beginnt mit vier Jahren. Aus Modellprogrammen zum gesunden Lebensstil für Kindergartenkinder muss breiter Standard werden. Gebraucht werden Strukturen, die allen Kindern die Chance zu Lebensstiländerungen geben, regelmäßiger Schulsport, der Spaß macht, die Möglichkeit mit dem Fahrrad zur Schule zu fahren. Treppensteigen sollte zur Regel werden, der Fahrstuhl die Ausnahme bleiben.

Man muss es nur wollen. Die Forderung: "Laufen Sie täglich 3000 Schritte!", reicht nicht.

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