Diabetes

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Ärzte Zeitung, 16.11.2007

Leitlinie rät zu Diabetes-Check bei KHK

Gemeinsame Empfehlungen von Diabetes- und Herzgesellschaft / Postprandialer Blutzucker ist wichtiger Parameter

DÜSSELDORF (hub). Diabetes und KHK sind bekanntlich eng miteinander vergesellschaftet. Deshalb haben die europäische Diabetes-Gesellschaft EADS und die europäische Herzgesellschaft ESC jetzt eine gemeinsame Diabetes-Leitlinie erarbeitet.

Kern der Leitlinie ist der Check von Diabetikern auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen und umgekehrt der Check von KHK-Patienten auf Diabetes. Bei Diabetikern sollten grundsätzlich ein EKG, ein Belastungs-EKG und ein Echokardiogramm gemacht werden, sagte Professor Oliver Schnell auf der Medica in Düsseldorf.

Umgekehrt müssten bei KHK-Patienten der Blutzucker, die Blutfette und der HbA1c-Wert bestimmt werden, so der Wissenschaftler vom Institut für Diabetesforschung in München-Neuherberg. Zur Beurteilung des kardiovaskulären Risikos von Diabetikern sei der postprandiale Blutzucker-Wert ein wichtigerer Parameter als der Nüchternwert, sagte Schnell.

Das kardiovaskuläre Risiko liege bei Männern mit Diabetes zwei- bis dreifach und bei Frauen drei- bis fünffach über dem von Nicht-Diabetikern, berichtete Schnell. Dieses Risiko lasse sich um die Hälfte mindern, wenn Diabetiker eine multifaktorielle Therapie erhalten. Sie besteht aus Maßnahmen gegen hohe Blutzucker-, Blutdruck- und Blutfettwerte gleichzeitig, erinnerte Schnell.

Diabetiker haben aber nicht nur langfristig eine schlechtere Prognose für ihr Herz. Auch bei einem kardiovaskulären Akutereignis ist ihre Sterberate im Vergleich zu Nicht-Diabetikern erhöht - bei gleichen CRP-Werten. Bei einem Herzinfarkt von Diabetikern haben sich kleinvolumige Glukose-Insulin-Infusionen bewährt. Insulin verstärkt die Aufnahme von Glukose in die Herzmuskelzellen und bewirke durch verstärkte Stickoxidbildung eine Entspannung des Endothels.

Diese intensivierte Insulintherapie erhöhe die Überlebensrate und verringere die Rate von Komplikationen - zum Beispiel von Nierenversagen, Bakteriämie oder Polyneuropathie. In der Münchner Klinik sank damit die Sterberate von Diabetikern mit Herzinfarkt auf jene von Nicht-Diabetikern, sagte Schnell.

Die Diabetes-Leitlinien sind veröffentlicht in der Zeitschrift: European Heart Journal 28, 2007, 88.

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