Diabetes

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Ärzte Zeitung, 17.04.2008

Ohne moderne Antidiabetika gelingt Einstellung oft nicht

In DMP nur Metformin und Sulfonylharnstoff empfohlen

MÜNCHEN (hbr). Die DiseaseManagement-Programme (DMP) für Typ-2-Diabetiker haben nach Ansicht von Professor Martin Pfohl die Diabetes-Einstellungsqualität nicht gebessert. Dabei kann die Ausgrenzung moderner oraler Antidiabetika negative Folgen haben.

 Ohne moderne Antidiabetika gelingt Einstellung oft nicht

Blutzuckerkontrolle - Voraussetzung für eine gute Einstellung.

Foto: Heiko Schulz

AOK-Daten über 1,5 Jahre von mehreren Bundesländern haben zwar eine Senkung des HbA1c-Wertes von 7,3 auf 7,1 Prozent ergeben. Aber dieser begrenzte Erfolg enthält auch die Zahlen der neu manifesten Diabetiker, so Pfohl. "Das würden Sie in keiner Studie machen. Denn diese Patienten können ihren HbA1c-Wert schon durch Diät und Bewegung um einen Prozentpunkt senken. Würde man das herausrechnen, wäre es ein Nullsummenspiel", sagte er bei einer Veranstaltung des Unternehmens GlaxoSmithKline in München. Und obwohl in DMP jedes Jahr eine halbe Milliarde Euro investiert wird, gibt es nicht mal eine Kontrollgruppe. "Nach IQWiG-Kriterien würde man sagen: Man hat mit einer halben Milliarde Euro pro Jahr einen klinisch nicht signifikanten HbA1c-Vorteil erzielt", so der Diabetologe vom Duisburger Bethesda-Krankenhaus.

Möglicherweise hat dabei eine Bedeutung, dass die Liste der in DMP empfohlenen oralen Antidiabetika nur Metformin und Sulfonylharnstoffe enthält. Deren Gebrauch reicht aber oft nicht aus oder verbietet sich. So wird die Diagnose Typ-2-Diabetes meist bei 50- bis 60-jährigen Berufstätigen gestellt. Eine Hypoglykämiegefahr, etwa bei Sulfonylharnstoff-Therapie, kann aber sogar berufsunfähig machen, etwa in der Personenbeförderung. Bei Rosiglitazon ist das Unterzuckerungsrisiko geringer. Damit bietet es eine wichtige Ergänzung zu Metformin, etwa als Fixkombination Avandamet®.

Ist Metformin kontraindiziert, kommt auch eine Glitazon-Monotherapie in Betracht. Etwa bei einem 69 Jahre alten Typ-2-Patienten mit erhöhten Werten für HbA1c und Glukose. Seine Nierenisuffizienz schloss eine Metformin-Therapie aus, auf Sulfonylharnstoff reagierte er zu sensibel: "Ein Tick zu viel - und er bekommt eine Unterzuckerung. Aber ein Tick zu wenig - und seine Werte schießen nach oben", so Pfohl. Die Umstellung auf eine Rosiglitazon-Monotherapie (Avandia®) brachte Erfolg: Blutzuckerwerte von 90 mg/dl nüchtern bis 140 mg/dl postprandial, und ein HbA1c von sechs Prozent.

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