Hausärzte - Manager der Multimorbidität

MÜNCHEN (dpa). Hausärzte in Deutschland müssen bei 60 Prozent ihrer Patienten drei oder mehr meist chronische Krankheiten gleichzeitig behandeln. Dabei stehen die Ärzte unter großem Zeitdruck.

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Besonders hoch ist die Multimorbidität bei älteren Patienten: Mehr als vier Diagnosen gleichzeitig seien bei über 65 Jahre alten Patienten der Regelfall. Das geht aus den Ergebnissen der Studiengruppe DETECT hervor - eigenen Angaben zufolge die weltweit größte klinische Verlaufsstudie mit 55 000 Patienten aus 3000 Hausarztpraxen.

"Hausärzte versorgen schwer erkrankte und viele ältere Patienten. Doch so lange sie nur wenige Minuten pro Patient zur Verfügung haben, stellt sich die Frage: Wie soll das funktionieren?", so Studienleiter Professor Hans-Ulrich Wittchen von der TU Dresden in München.

Die auf fünf Jahre angelegte Studie befasste sich mit der Versorgung der Patienten und dem Verlauf der häufigen Erkrankungen Diabetes mellitus, koronare Herzerkrankung, Hypertonie und Depression. Auch Zusammenhänge zwischen den Krankheiten wurden untersucht.

Es habe sich gezeigt, dass es offensichtlich vielfache kausale Beziehungen zwischen Depression und anderen Erkrankungen wie Diabetes, Schlaganfall oder Herzerkrankungen gebe, so Wittchen bei einer Veranstaltung am Max-Planck-Institut für Psychiatrie. Depression sei die vierthäufigste Erkrankung, die von Hausärzten diagnostiziert werde. Die Daten der Studie, die im September 2003 startete, wurden in Patientenbefragungen, ärztlichen Informationen und Laborprogrammen gewonnen.

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