Ärzte Zeitung, 23.09.2008

Typ-2-Diabetes: Blutdruck ist so wichtig wie HbA1c

Analyse einer großen Studie bestätigt kombinierte Therapiestrategie

ROM (Rö). Kollegen, die bei Typ-2-Diabetikern nicht nur auf die Blutzuckereinstellung achten, sondern auch auf eine konsequente Blutdrucksenkung, tun für ihre Patienten das Beste.

Eine Gesamtanalyse der Daten der ADVANCE-Studie belegt den gemeinsamen Effekt von Blutdruck- und Blutzuckersenkung.

Denn beide Therapien vermindern unabhängig die Raten mikrovaskulärer und makrovaskulärer Symptome. Dabei ist der Kombinationseffekt stärker als der Effekt, der jeweils durch eine Therapie erreicht wird. So hat Dr. John Chalmers vom George Institute for International Health in Australien eine neue Gesamtanalyse der ADVANCE*-Studie interpretiert.

An der placebokontrollierten Studie hatten mehr als 11 000 Typ-2-Diabetiker teilgenommen. Bei ihnen wurden über fünf Jahre Daten erhoben. In einem Studienteil wurde der Effekt der Blutdrucksenkung geprüft. Dazu erhielten die Patienten eine intensive Therapie mit Perindopril/Indapamid oder Placebo. Im anderen Studienteil ging es um die Diabetes-Einstellung mit herkömmlicher Blutzuckereinstellung oder einem intensiven HbA1c-Ziel von unter 6,5 Prozent.

Die jährliche Sterberate an kardiovaskulären Ereignissen betrug mit intensiver Blutdrucksenkung und Standardziel beim HbA1c 0,87 Prozent, hat Chalmers beim Diabetes-Kongress in Rom berichtet. Intensivere antidiabetische Therapie brachte keinen Zusatzgewinn.

*ADVANCE bedeutet: Action in Diabetes an Vascular Disease

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