Ärzte Zeitung, 21.08.2009

Aktionstag bei Leichtathletik-WM: Diabetiker profitieren von Schrittzählern

BERLIN (hbr/eb). Durch mehr Bewegung können Diabetes-Gefährdete bekanntlich der Krankheitsmanifestation vorbeugen, und Diabetiker können damit ihre Insulinresistenz senken und die Blutzuckerwerte verbessern. Dabei hilft ihnen ein Schrittzähler.

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Gänge mit dem Hund sind ein guter Einstieg.

Foto: falkjohann@www.fotolia.de

Oft kann Bewegung auch weitere Risikofaktoren günstig beeinflussen, so Professor Peter Schwarz von der Universität Dresden. Etwa HDL-Werte, LDL-Cholesterin, Blutdruck und Gewicht. Die Steigerung des Bewegungs- oder Sportumfangs muss aber konsequent in den Tagesablauf eingebaut werden, betonte er. Empfohlen wird zum Beispiel ein Pensum von 30 Minuten an fünf Tagen pro Woche.

Nur: Wie bringt man einen Patienten so weit? Helfen kann ein Schrittzähler, so Schwarz. Er hat am eigenen Leib erfahren, dass er damit unbewusst seinen Bewegungsumfang im Alltag steigerte. Das berichtete er bei der bundesweiten Diabetes-Aufklärungsaktion "Gesünder unter 7". Sie wurde 2005 von Sanofi-Aventis Deutschland und Partnern wie der "Ärzte Zeitung" initiiert und fand anlässlich der Leichtathletik-WM dieses Mal in Berlin statt. Besucher waren eingeladen, an einem Diabetes-Risikocheck teilzunehmen.

Sanofi-Aventis fördert die WM -das ist sozusagen eine natürliche Sache, so Geschäftsführer Peter Guenter. Das hat vielleicht auch ein wenig mit seinem Hintergrund zu tun: Er hat früher selbst Sport studiert, war begeisterter Windsurfer und ist auch heute noch sportlich engagiert.

Jedenfalls ist Diabetes kein Grund, auf Sport zu verzichten, betont Daniel Schnelting. Er ist deutscher Meister im 200-Meter-Sprint und selbst Diabetiker. Schnelting ist auch für die deutsche Herren-Staffel über 4 mal 100 Meter bei der WM nominiert.

Ex-Zehnkampf-Star Frank Busemann, heute sportlicher Leiter des deutschen Zentrums für Präventivmedizin in Damp, bestätigt, dass ein Schrittzähler tatsächlich helfen kann, den Bewegungsumfang zu steigern. Bei Patienten, die (wieder) neu mit dem Sport beginnen wollen, muss man aber zunächst schauen, "woher sie kommen": Hat der Patient nur kurz pausiert, vielleicht für ein Jahr? Oder war er noch nie richtig sportlich und will jetzt, mit 50 Jahren, loslegen?

In diesem Fall ist zunächst ein gründlicher ärztlicher Check-Up zur Belastbarkeit erforderlich. Den Anfang können dann regelmäßige Spaziergänge mit Freunden oder mit dem Hund machen. Das klingt zwar nach wenig. Aber konsequent verfolgt ist dies für die Patienten ein wichtiger Schritt, um sich wieder an regelmäßige Bewegung zu gewöhnen. Das können sie dann stufenweise ausbauen, hieß es in Berlin.

"Gesünder unter 7" unterstützt eine weitere Aktion im Umfeld der Leichtathletik-WM: Diabetiker aus ganz Deutschland nehmen am 22. August am 10 km Champions Run teil, um mit Läufern aus der ganzen Welt die offizielle WM-Marathonstrecke durch Berlin einmal zu umrunden.

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