Ärzte Zeitung, 15.12.2009

Abgabe für ungesunde Produkte?

HOHENKAMMER (wst). Die in großen Teilen der Bevölkerung ungesunde Lebensweise mit wenig Bewegung und üppiger Ernährung führt zu einer Diabetesepidemie, die schon in wenigen Jahren
das Gesundheitswesen überfordern könnte. Prävention tut not, doch keiner will so recht dafür bezahlen.

Eine mögliche Finanzierung für Präventionsprogramme sieht Professor Hermann von Lilienfeld-Toal, stellvertretender Vorsitzender des Deutschen Diabetiker Bundes, in einer zweckgebundenen Abgabe auf diabetogene Genuss- und Nahrungsmittel. Eine Liste hat er beim Symposium des Blutspendedienstes des Bayerischen Roten Kreuzes in Hohenkammer in Oberbayern vorgestellt. Auf der Liste stehen etwa Tabakwaren, Alkohol, zuckerhaltige Getränke (je höher der Zuckeranteil desto höher die Abgabe), Süßwaren sowie Weißmehl-, Fleisch- und Fettprodukte.

Um Wettbewerbsverzerrungen zu vermeiden, müssten alle diabetogenen Produkte ähnlich stark belastet werden. Hersteller und Konsumenten würden durch die Abgabe einen zweckgebundenen Ausgleich für den gesundheitsgefährdenden Konsum an die Solidargemeinschaft entrichten.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Auf Zungenküsse besser verzichten?

Zungenküsse erhöhen offenbar das Risiko für HPV-Infekte und damit auch für Mund-Rachen-Tumoren. US-Experten haben sich das Krebsrisiko jetzt einmal genauer angesehen. mehr »

Das ist bei einer Datenpanne zu tun

Bei einem Datenleck in der Praxis sind Inhaber nach der Datenschutzgrundverordnung verpflichtet, dies zu melden. Wem und wie, das erläutern Medizinrechtler. mehr »

Urologen befeuern Diskussion um Herztoddiagnostik

Die Deutsche Gesellschaft für Urologie fordert große Reformen bei der Organspende. DGU-Präsident Professor Paolo Fornara erläutert im Interview, welche Neuregelungen seiner Meinung nach dringend nötig sind. mehr »