Ärzte Zeitung online, 19.02.2010

Forscher suchen Kinder zwischen acht und zwölf für Typ-1-Diabetes-Studie

MÜNCHEN (eb). Der Antikörper gegen den Zink Transporter 8 (ZnT8) in der Betazelle der Bauchspeicheldrüse wurde kürzlich als neuer Marker in der Prognose und Diagnostik des Typ-1-Diabetes identifiziert. Forscher suchen noch Kinder, die an dieser Studie teilnehmen möchten.

Etwa 70 Prozent der Kinder und Jugendlichen mit neu entdecktem Typ-1-Diabetes weisen Zink Transporter 8 (ZnT8) Antikörper auf. Momentan bestimmt in Deutschland nur die Forschergruppe Diabetes der TU München unter der Leitung von Professor Anette-Gabriele Ziegler diese Antikörper, wie die TU mitteilt.

In einer aktuellen Analyse von Verlaufsproben der Kinder der BABYDIAB-Studie hat die Forschergruppe festgestellt: Antikörper gegen ZnT8 können bereits im sehr jungen Alter vorkommen und sind mit einem hohen Diabetesrisiko verbunden. Bis zum Alter von fünf Jahren entwickelten rund drei Prozent der untersuchten Kinder Antikörper gegen ZnT8.

Die Forscher beobachteten, dass etwa die Hälfte der BABYDIAB-Kinder, die ZnT8-Antikörper positiv sind, innerhalb von fünf Jahren nach dem Auftreten dieser Antikörper Typ-1-Diabetes entwickelt haben.

In der TEENDIAB-Studie können Kinder ab acht Jahren bis zur Vollendung des zwölften Lebensjahres teilnehmen, wenn sie mindestens einen Verwandten ersten Grades mit Typ-1-Diabetes haben. Für diese Kinder ist die zusätzliche Kontrolluntersuchung besonders vorteilhaft zur Prognose und Diagnostik des Typ-1-Diabetes. Denn sie haben aufgrund ihrer familiären Vorbelastung ein erhöhtes Risiko für Typ-1-Diabetes. Tests und Beratungen sind für TEENDIAB-Teilnehmer kostenlos.

Die Forschergruppe Diabetes erforscht im Rahmen der TEENDIAB-Studie die Ursachen von Typ-1-Diabetes in der Pubertät.

An der TEENDIAB-Studie interessierte Familien können sich bei der Forschergruppe Diabetes unter der kostenlosen Telefonnummer 0800-8284868 oder E-Mail: TEENDIAB@lrz.tu-muenchen.de melden.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Auf Zungenküsse besser verzichten?

Zungenküsse erhöhen offenbar das Risiko für HPV-Infekte und damit auch für Mund-Rachen-Tumoren. US-Experten haben sich das Krebsrisiko jetzt einmal genauer angesehen. mehr »

Das ist bei einer Datenpanne zu tun

Bei einem Datenleck in der Praxis sind Inhaber nach der Datenschutzgrundverordnung verpflichtet, dies zu melden. Wem und wie, das erläutern Medizinrechtler. mehr »

Urologen befeuern Diskussion um Herztoddiagnostik

Die Deutsche Gesellschaft für Urologie fordert große Reformen bei der Organspende. DGU-Präsident Professor Paolo Fornara erläutert im Interview, welche Neuregelungen seiner Meinung nach dringend nötig sind. mehr »