Ärzte Zeitung online, 10.03.2010

Schwangerschaftsdiabetes zu selten erkannt

BONN (dpa). In Deutschland entwickeln bis zu 20 Prozent der werdenden Mütter Schwangerschaftsdiabetes. Erkannt und behandelt werde aber nur jede zehnte Betroffene, berichtete die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) am Dienstag in Bonn. Schwangere sollten daher grundsätzlich und regelmäßig auf Diabetes untersucht werden.

Die Folgen von Schwangerschaftdiabetes seien erhöhte Risiken für Mutter und Kind bei der Geburt aber auch erhöhte Langzeitrisiken. Beim Kind verdreifache sich das Risiko auf späteres Übergewicht, auf Diabetes und demzufolge auch auf Herz-Kreislauf-Krankheiten. Bei der Mutter steige die Gefahr, im späteren Leben Diabetes zu entwickeln.

Dies ergaben der DGE zufolge neue Forschungen zur vorgeburtlichen Programmierung. Nach ersten Erkenntnissen werden dabei Regelsysteme im Gehirn unter anderem für den Stoffwechsel und das Körpergewicht bereits während der Entwicklung im Mutterleib eingestellt. Da auch das Körpergewicht der Frau entscheidenden Einfluss auf die pränatale Prägung hat, sollten Frauen bereits vor der Schwangerschaft eine Gewichtsnormalisierung anstreben. Während der Schwangerschaft sollten Übergewicht sowie eine übermäßige Energiezufuhr und Gewichtszunahme vermieden werden.

Zur Pressemitteilung der DGE

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Wann das Smartphone für Kinderaugen gefährlich wird

Kleine Kinder sollten lieber mit Bauklötzen spielen als mit Smartphones, raten Augenärzte. Denn: Wenn die Kleinen häufig und lange auf Bildschirme starren, leiden nicht nur ihre Augen. mehr »

Quereinstieg zum Hausarzt – reicht ein Jahr Weiterbildung?

Der Deutsche Hausärzteverband warnt vor einer Verwässerung der Weiterbildung zum Allgemeinmediziner. Ein Jahr Weiterbildung reiche nicht für Umsteiger aus der Klinik. mehr »

Auf Zungenküsse besser verzichten?

Zungenküsse erhöhen offenbar das Risiko für HPV-Infekte und damit auch für Mund-Rachen-Tumoren. US-Experten haben sich das Krebsrisiko jetzt einmal genauer angesehen. mehr »