Ärzte Zeitung, 22.06.2010

Kritik an einem G-BA-Beschluss

BERLIN/AACHEN (eb). Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hatte zu Gliniden und Glitazonen zur Behandlung bei Diabetes mellitus Typ 2 beschlossen, dass die Substanzen künftig nur noch in medizinisch begründeten Einzelfällen zu Lasten der GKV verordnet werden. Diabetikern mit schweren Nierenfunktionsstörungen kann Repaglinid weiterhin verordnet werden.

Erst drei Monate nach einer Nichtbeanstandung durch das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) und einer Veröffentlichung im Bundesanzeiger würde der GBA-Beschluss in Kraft treten.

Der G-BA habe mit dem Beschluss seine Kompetenzen überschritten, kritisiert Glaxo-SmithKline. Denn mit der Bewertung, dass Rosiglitazon und Pioglitazon wegen schlechteren Nutzen-Risiko-Verhältnisses im Vergleich zu anderen Substanzklassen unzweckmäßig seien, stehe die G-BA-Entscheidung im Widerspruch zum Urteil der EMA. Takeda Pharma kann den GBA-Entschluss aufgrund der unberücksichtigen positiven Datenlage für Pioglitazon nicht nachvollziehen. Auch der abschließende IQWiG-Bericht habe die Glitazone stärker differenziert, als der G-BA es bei der Entscheidungsfindung getan habe.

www.g-ba.de/informationen/ beschluesse/zum-unterausschuss/2/

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

In kleinen Schritten zum Normalgewicht

Manch eine Adipositas-Therapie scheitert daran, dass die geforderte große Gewichtsabnahme Betroffene abschreckt. Forscher plädieren nun dafür, die Stoffwechsel-gesunde Adipositas als erstes Therapieziel zu definieren. mehr »

Welche Reformen sind dringend notwendig?

Bürgerversicherung, Regressrisiko, GOÄ: Unsere Leser haben abgestimmt, welche Themen in der Gesundheitspolitik die nächste Bundesregierung unbedingt anpacken sollte. mehr »

Patienten sollen für Infos zahlen

Patienten und Angehörige sind bei beratungsintensiven Erkrankungen häufig hilflos. Viele Akteure versuchen, neutrale Angebote im Internet bereitzustellen. Ein Biologe will nun Beteiligte auf einer Plattform zusammenführen. mehr »