Diabetes

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Modul: Strategien zur Gewichtsreduktion bei Typ-2-Diabetes

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Ärzte Zeitung online, 16.09.2010

Diabetes-Diagnose wird einfacher

BERLIN (eis). Beim Screening auf Diabetes wurde bisher vor allem auf den Nüchternblutzucker gesetzt. Der Test kann jetzt in vielen Fällen durch eine einmalige HbA1c-Bestimmung ersetzt werden, so die DDG.

Diabetes-Diagnose wird einfacher

Ein Tropfen Blut aus dem Finger kann in vielen Fällen für die Abklärung eines Diabetes reichen.

© Keith Frith / fotolia.com

Der HbA1c-Wert unterliegt keinen tageszeitlichen Schwankungen, sondern gibt den mittleren Plasmaglukosespiegel der vergangenen acht bis zwölf Wochen wieder. Neue Studien zeigen, dass er unter bestimmten Voraussetzungen auch zur Erstdiagnose bei Verdacht auf Typ-2-Diabetes eingesetzt werden kann, berichten die Deutsche Diabetes-Gesellschaft (DDG), diabetesDE und des Kompetenznetzes Diabetes mellitus. Der Vorteil ist, dass nur eine einzige Blutentnahme erforderlich ist. Sie kann unabhängig von der Tageszeit erfolgen, auch wenn der Patient vorher etwas gegessen hat.

Nach den neuen Empfehlungen reicht künftig in vielen Fällen die einmalige Bestimmung des HbA1c-Werts. Insbesondere bei älteren Menschen könnte dieser Test sinnvoll sein und dazu beitragen, die Erkrankung bei vielen Menschen früher als bisher zu erkennen, betonen die Fachgesellschaften. Bisher sind viele Betroffene schon jahrelang an Typ-2-Diabetes erkrankt, bevor die Diagnose gestellt wird.

Die HbA1c-Messung zur Diagnose des Diabetes sollte nach den Empfehlungen bei allen Personen erfolgen, die im Deutschen Diabetes-Risiko-Test ein erhöhtes Diabetesrisiko haben. Dieser Test wurde an einer deutschen Population entwickelt und validiert, so die Gesellschaften. Bei Vorliegen von Diabetes-Symptomen (Gewichtsverlust, Polyurie, Polydipsie) ist die Diabetesdiagnose hingegen primär durch Glukosemessung zu stellen.

Ist der HbA1c-Wert 6,5 Prozent oder höher, liegt ein Typ-2-Diabetes vor. Liegt der Wert unter 5,7 Prozent, ist ein Diabetes mellitus ausgeschlossen. Bei Menschen mit einem Wert zwischen 5,7 bis 6,4 Prozent sollte weiterhin der Nüchternblutzucker und - je nach Ergebnis - eventuell auch der Blutzuckerbelastungstest durchgeführt werden.

Der neue Test hat auch Einschränkungen, räumen die Gesellschaft ein. So können Eisenmangel, Nierenerkrankungen, Lebererkrankungen oder eine Schwangerschaft den HbA1c-Wert so beeinflussen, dass dieser zur Diabetes-Diagnose nicht sicher genug ist. Bei solchen Zuständen ist die Diabetesdiagnose deshalb auch primär durch Glukosemessung zu stellen.

Eine wesentliche Voraussetzung ist weiterhin ein standardisiertes und zertifiziertes Messverfahren für den HbA1c-Wert, das internationale Fachgesellschaften in den letzten Jahren erarbeitet haben. In Deutschland ist es bereits häufig verbreitet, wird jedoch noch nicht überall angewendet.

Weitere Infos: http://profi.diabetesde.org unter "Stellungnahmen"

[17.09.2010, 08:47:34]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Was lange währt, wird endlich gut!
Sorry, wir machen das in unserer Praxis schon seit 4 Jahren, auch wenn die Fachgesellschaften damals betont haben, dass der standardisierte HbA1c-Wert k e i n e s f a l l s diagnostische Relevanz als Screening-Methode hätte (conjunctivus irrealis!).
MfG Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund  zum Beitrag »

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