Diabetes

Sammeln Sie CME-Punkte - 30 Tage kostenlos mit e.Med
Modul: Der Diabetespatient in der Notfallversorgung – Synopsis für den ambulanten Sektor, den Rettungsdienst und die Notaufnahme

Weitere Module zu anderen Themen auf der Startseite unserer Sommerakademie
Ärzte Zeitung, 19.10.2010

Diabetes im Blick

Diabetes und brüchige Knochen - zu wenig beachtete Assoziation

Typ-1- wie Typ-2-Diabetiker haben ein erhöhtes Frakturrisiko. Das ist sowohl auf Störungen des Knochenmetabolismus zurückzuführen als auch auf manche Medikation.

Diabetes und brüchige Knochen - zu wenig beachtete Assoziation

Auch Osteoporose kommt bei Diabetes gehäuft vor.

© imago

STOCKHOLM (MUC/spa). An der Assoziation Diabetes und Osteoporose sind mehrere Faktoren beteiligt, wie Professor Peter Vestergaard von der Universität Aarhaus in Dänemark beim EASD in Stockholm berichtet hat. Erhöhte Glukosespiegel beeinflussen die Knochenstruktur direkt über eine gesteigerte renale Kalziumausscheidung, verminderte Osteoblastenbildung sowie eine Störung der Kollagen- und der Parathormonsynthese. Auch eine verminderte Nierenfunktion mit geringer Produktion von aktivem Vitamin D, eine Neuropathie mit Immobilisierung sowie Makroangiopathie mit Perfusionseinbußen tragen zur Knochenschwächung bei.

Im Schnitt ist die Bruchgefahr bei Patienten mit Typ-1-Diabetes viel höher als bei Typ-2-Diabetes. Das relative Risiko für Hüftfrakturen etwa wurde in einer Studie mit im Mittel 6,2 bei Typ-1- und 1,7 bei Typ-2-Diabetikern ermittelt. Bei Typ-1-Diabetikern ist die Knochendichte deshalb meist deutlich verringert, da Kalziumverlust und Störungen der Knochenbildung stärker ausfallen. Erstaunlich, dass die Knochen von Typ-2-Diabetikern trotz erhöhter Frakturgefahr vor allem in den ersten fünf Jahren der Erkrankung oft dichter sind als bei Nichtdiabetikern. Dies sei darauf zurückzuführen, dass Typ-2-Diabetiker aufgrund des häufigen Übergewichts zwar gut mineralisierte, aber biomechanisch weniger belastbare Kochen haben, so Vestergaard. Das könne etwa mit einer unzureichenden Vernetzung des Kollagens im Knochen erklärt werden.

Auf das unterschiedliche Risikopotenzial von Antidiabetika für Frakturen wies Dr. Matteo Monami von der Universität Florenz hin. Glitazone wirken dabei sowohl über eine Steigerung der Knochenresorption als auch eine verringerte Knochenneubildung negativ auf die Knochendichte und -festigkeit. Dabei sieht er die weniger starken Auswirkungen bei Männern darin begründet, dass Testosteron die Differenzierung von mesenchymalen Stammzellen in Adipozyten statt Osteoblasten hemmt.

Bei einer Therapie mit Insulin sei ebenfalls ein erhöhtes Frakturrisiko belegt, auch nach Adjustierung für Hypoglykämien mit konsekutivem Sturz, sagte Monami. Neutral im Hinblick auf Frakturen seien Metformin und Insulinsekretagoga. Günstig bezüglich des Knochenstoffwechsels könnten sich die inkretinbasierten Therapien erweisen, da auch GLP-1 die Differenzierung von mesenchymalen Stammzellen in Adipozyten statt Osteoblasten verringert.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Unterwegs mit dem ADAC-Ambulanzjet

Wer auf Auslandsreisen krank wird, der ist froh, wenn schnelle Hilfe naht. Besonders zügig geht das mit einem Ambulanzjet - etwa vom ADAC. mehr »

Ein Besuch auf der Messe "Medicare Taiwan"

Taiwans Medizintechnikunternehmen gelten als Powerhouse - und sie suchen den Schulterschluss mit internationalen Partnern. Die "Medicare Taiwan" ist DER Branchentreff – ein Fachmessebesuch in Taipeh. mehr »

Extra-Vergütung für offene Sprechstunden

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will Ärzte für offene Sprechstunden besser bezahlen. Die zusätzliche Vergütung soll es auch dann geben, wenn Ärzte Termine über die Terminservicestellen annähmen.. mehr »