Ärzte Zeitung, 22.11.2010

Sport mit Trainer nützt Diabetikern ganz besonders

Risikoprofil verbessert / Plädoyer für Sportgruppen

NEU-ISENBURG (eis). Typ-2-Diabetiker profitieren von körperlichem Training - und zwar besonders stark, wenn dies unter Anleitung geschieht. Blutzucker, Blutdruck, Cholesterin und Bauchumfang werden mit Trainer deutlicher reduziert als ohne, so eine Studie.

Sport mit Trainer nützt Diabetikern ganz besonders

Sport hilft Patienten mit Typ-2-Diabetes bei der Stoffwechseleinstellung, besonders unter der fachkundigen Anleitung eines Trainers.

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Ärzte in Italien haben in der multizentrischen Studie 606 Typ-2-Diabetiker ein Jahr lang alle drei Monate zu einem Bewegungsprogramm beraten (Arch Intern Med 2010; 170: 1794). Nach dem Zufallsprinzip wurde jeder zweite Teilnehmer darüber hinaus einem von einem persönlichem Trainer überwachten Sportprogramm zugewiesen. Die Patienten trainierten dabei zweimal wöchentlich über je 75 Minuten Kraft und Ausdauer.

Ergebnis: Patienten der Interventionsgruppe haben in dem Jahr der Studie im Vergleich zu Patienten der Kontrollgruppe deutlich stärker ihre Stoffwechseleinstellung und das kardiovaskuläre Risikoprofil verbessert.

So wurden in der Interventionsgruppe niedrigere mittlere HbA1c-Werte (minus 0,3 Prozentpunkte) erreicht, ebenso niedrigere Blutdruckwerte (minus 4,3 mmHg systolisch und 1,7 mmHg diastolisch), höhere HDL-Werte (plus 3,7 mg/dl), stärker reduzierte LDL-Werte (minus 9,6 mg/dl) und Bauchumfänge (minus 3,6 cm). Auch wurden BMI, Insulinresistenz und Entzündungsparameter in der Interventionsgruppe deutlich günstiger beeinflusst.

"Training unter Anleitung sollte Bestandteil einer optimalen Therapie für Typ-2-Diabetiker werden", heißt es in einem Kommentar zu der Studie (Arch Intern Med 2010; 170: 1790). Der Nutzen des Sports sei ähnlich dem eines Antidiabetikums; kein Medikament habe jedoch diese Vielfalt an günstigen Wirkungen.

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