Ärzte Zeitung, 30.11.2010

Neue Grenzwerte für die Diagnose Schwangerschaftsdiabetes

Viele Frauen bekommen in der Schwangerschaft einen Diabetes

Neue Grenzwerte für die Diagnose Schwangerschaftsdiabetes

Schwangere profitieren von strenger Kontrolle des Blutzuckers.

© DAK

DÜSSELDORF (eis). Je höher die Blutzuckerwerte der Mutter sind, umso höher ist das Risiko der Kinder für ein erhöhtes Geburtsgewicht. Das wieder geht mit Hypoglykämien und Entwicklungsstörungen einher, wie die "Hyperglycemia and Adverse Pregnancy Outcome" (HAPO)-Studie bestätigt hat.

Viele Frauen mit GDM werden bisher nicht erkannt. Zur Früherkennung wird jetzt allen Schwangeren zwischen der 24. und der 28. SSW zu einem oralen Glukosetoleranztest (oGTT) mit 75 Gramm Glukose geraten (Diab Care 2010, 33: 676). Gemessen werden der Nüchternwert sowie der Ein- und Zweistundenwert nach Glukosebelastung. Die neuen Grenzwerte liegen bei 92, 180 und 153 mg/dl, wie Dr. Helmut Kleinwechter beim Diabetes Update in Düsseldorf berichtet hat.

Wird nur ein Grenzwert erreicht, liegt ein GDM vor und eine Therapie ist indiziert. Sie erfolgt nach Blutzuckertagesprofil mit Zielwerten unter 90 mg/dl nüchtern und unter 120 mg/dl zwei Stunden postprandial.

Reichen Lebensstiländerungen nicht aus, muss mit Insulin behandelt werden. Orale Antidiabetika sind für Schwangere nicht zugelassen.

Schon bald könnte der oGTT für alle Schwangeren GKV-Leistung werden. Ein Vorbericht des IQWiG bestätigt Hinweise auf einen Nutzen. Vorerst bleibt der Test für anamnestisch unauffällige Schwangere ein IGeL-Angebot.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Das sind die Gewinner des Galenus-von-Pergamon-Preises 2017

Mit dem Galenus-von-Pergamon-Preis wurden erneut exzellente deutsche pharmakologische Grundlagenforschung und die Entwicklung innovativer Arzneimittel gekürt. mehr »

Angst vor Stürzen sorgt für Verzicht auf Antikoagulans

Ein erhöhtes Sturzrisiko ist noch immer der häufigste Grund, auf eine orale Antikoagulation bei Vorhofflimmern zu verzichten. mehr »

"Mehr Geld für Kranke, weniger für Gesunde"

Die Verteilungsregeln für den Finanzausgleich zwischen den Krankenkassen sollen deutlich verändert werden. Das hat ein Expertenkreis beim Bundesversicherungsamt jetzt vorgeschlagen. Die Meinung der Kassen ist geteilt. mehr »