Ärzte Zeitung online, 30.12.2010

Stipendium für Erforschung der Bedeutung von Biglykan bei Diabetes

ESSEN (eb). Bremst das Protein Biglykan Atherosklerose und Insulinresistenz? Dies möchte die Biologin Ariane Melchior-Becker vom Uniklinikum in Essen prüfen. Für das Forschungsvorhaben hat sie nun das Stipendium der Stiftung "Der herzkranke Diabetiker" (Stiftung DHD) erhalten.

Innovative Forschungsideen werden von der Stiftung DHD (Der herzkranke Diabetiker) mit einem Stipendium unterstützt. Die mit 20 000 Euro dotierte Förderung gewann in diesem Jahr Ariane Melchior-Becker vom Institut für Pharmakologie am Klinikum der Universität Duisburg-Essen. Die Doktorandin überprüft den Einfluß des Proteins Biglykan in einem murinen Modell der Insulinresistenz und Atheroprogression.

Bereits in Vorversuchen mit Biglykan-defizienten Mäusen hatten sich Zusammenhänge zwischen dem Protein und dem Metabolismus gezeigt, die darauf schließen lassen, dass Biglykan das Potential besitzt, vor einer sich verschlechternden Insulinsensitivität und Atherosklerose zu schützen, teilt die Stiftung mit.

In ihrer Arbeitshypothese geht die Biologin davon aus, dass eine Herabregulation von Biglykan die Atheroprogression beschleunigt und die Glukoseintoleranz verstärkt. Dafür sollen die molekularen Mechanismen und die beteiligten Zelltypen, die noch weitgehend unbekannt sind, identifiziert werden.

"Das geplante Forschungsprojekt von Ariane Melchior-Becker ist ein vielversprechender, innovativer Ansatz, der langfristig eine Verbesserung in der Behandlung des Diabetes mellitus in Aussicht stellt", begründete der Vorsitzende der Stiftung DHD Professor Diethelm Tschöpe die diesjährige Entscheidung der Preisjury. "Die Stipendiatin wird in ihrem Projekt unter anderem die Effekte von Sulfonylharnstoffderivaten und neuen oralen Antidiabetika wie Inkretinmimetika auf die Expression von Biglykan untersuchen, was therapeutische Konsequenzen haben könnte", wird Tschöpe zitiert, der auch Direktor des Herz- und Diabeteszentrums NRW in Bad Oeynhausen ist.

Das Forschungsvorhaben gliedert sich in drei Arbeitsschritte. Zunächst soll in vivo die Expression und Regulation von Biglykan im murinen Modell des Typ 2-Diabetes untersucht werden. Im zweiten Schritt wird in vivo der Einfluss von oralen Antidiabetika (Sulfonylharnstoff, Dipeptidylpeptidase 4 Inhibitor) auf die Regulation und Expression von Biglykan geklärt.

Die immunhistologischen Untersuchungen umfassen Aorta (A. brachiocephalica), Fettgewebe (visceral, pericardial, periaortal) und RNAAnalyse. Auch Insulinspiegel, Blutfette, Zytokine und Wachstumsfaktoren werden bestimmt.

In vitro soll im letzten Schritt die Expression und Regulation von Biglykan während der Differenzierung zu Adipozyten analysiert werden.

Ziel des Forschungsprojektes ist es, die Rolle von Biglykan für die Entstehung und Progression des Typ 2-Diabetes zu untersuchen, die Regulation des Proteins zu klären und neue pharmakologische Zielstrukturen zu finden.

2011 wird das Forschungsstipendium der Stiftung DHD erneut ausgeschrieben. Nachwuchswissenschaftler, die das 35. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, und ein Forschungsprojekt planen, können sich für das Stipendium bewerben. Das Fördervolumen beträgt 20 000 Euro und wird durch Unterstützung der forschenden Arzneimittelunternehmen Astra Zeneca und Bristol-Myers Squibb ermöglicht.

Die Bewerbungsunterlagen sollten schriftlich bei der Stiftung DHD am HDZ NRW, Georgstraße 11, in 32545 Bad Oeynhausen, eingereicht werden. Einsendeschluss ist der 1. September 2011.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Mütter stellen früh die Weichen für Babys Gesundheit

Dicke Mutter = dickes Baby: Diese Gleichung geht oft auf - leider. Ernährungs-Experten tauschen sich daher auf einem Kongress über den frühen Einfluss der mütterlichen Ernährung u.a. auf das Diabetesrisiko des Kindes aus und geben Tipps. mehr »

Würden Ärzte Gröhe wählen?

In einer großen Umfrage fragten wir Ärzte: "Wenn der Bundesgesundheitsminister direkt vom Volk gewählt werden könnte, wen würden Sie wählen?" Lesen Sie hier die Antwort. mehr »

Bei Dauerschmerz leidet auch das Gedächtnis

Wird der Geist träger, geht das zulasten von Lebensqualität und Unabhängigkeit. Eine US-Studie hat den Einfluss anhaltender Schmerzen auf Kognition und Demenzrisiko untersucht. mehr »