Ärzte Zeitung, 10.10.2011

Kommentar

Zeit für generelles Klonverbot ist reif

Von Peter Leiner

Für die Wissenschaft ist die Erzeugung humaner embryonaler Stammzellen durch ein Verfahren, das dem zur Erschaffung des Klon-Schafs Dolly sehr ähnlich ist, ein voller Erfolg. Es ist durch die Manipulation zwar jeweils eine Eizelle mit einem dreifachen Chromosomensatz entstanden.

Doch weil sich die so entstandenen Embryonen soweit entwickelten, dass Zellen für die Herstellung humaner embryonaler Stammzellen entnommen werden konnten, ist das für die Forscher ein Beleg, dass für eine ordentliche Embryonalentwicklung das Erbgut der Eizelle für Klonverfahren unabdingbar ist.

Einen konkreten Nutzen für die klinische Anwendung so gewonnener humaner embryonaler Stammzellen gibt es allerdings wegen des Dreifach-Chromosomensatzes derzeit nicht.

So groß der Erfolg für die Wissenschaft ist, so sehr muss er Anlass dafür sein, spätestens jetzt weltweit verbindliche Gesetze zu schaffen, die die Forschung an menschlichen Embryonen und das Klonen solcher Embryonen - auch das therapeutische Klonen für die regenerative Medizin - verbieten.

Von Embryonen im Blastozystenstadium, die durch Klonen entstanden sind, bis zu deren Übertragung in die Gebärmutter einer Frau ist es nur ein sehr kleiner Schritt.

Lesen Sie dazu auch:
Geklont: Embryo mit dreifachem Chromosomensatz

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Offenbar liegt‘s am Bauchspeck

Wer genetisch bedingt schon als Kind zu Übergewicht neigt, hat auch ein erhöhtes Risiko für Typ-1-Diabetes. mehr »

Jahrhundert-Chance oder Anmaßung?

Darf der Mensch alles, was er kann? Wieder einmal stellt sich diese Frage, seit in den USA erfolgreich Embryonen-DNA verändert wurde. Zwei Redakteure der "Ärzte Zeitung" diskutieren das Für und Wider. mehr »

Ärzte in Barcelona haben schnell reagiert

Ärzte – vor allem Chirurgen – und Pflegefachkräfte in Barcelona und Tarragona standen nach den Terroranschlägen sofort parat. Zwölf Menschen kämpfen jedoch noch immer um ihr Leben. mehr »