Ärzte Zeitung, 24.10.2011

Investition in den Lebensstil schützt lange vor Diabetes

HELSINKI (hub). Kurz- und mittelfristig mindern Lebensstilinterventionen das Diabetesrisiko. Doch solche Interventionen haben auch einen langfristigen Effekt - wenn das Programm schon lange beendet ist.

Drei Studien mit Lifestyle-Interventionen haben sich Forscher aus Finnland vorgenommen und die Daten hinsichtlich des langfristigen Nutzens der Programme analysiert. Die Dauer der Intervention lag bei knapp drei bis hin zu sechs Jahren.

Zum Programmende war die Diabetesrate in allen drei Interventionsgruppen geringer als in dem Kontrollkollektiv. Die rechnerische Risikoreduktion für Diabetes lag zwischen 31 und 58 Prozent (Diabetes Care 2011; 34: S210).

Offenbar fallen die Patienten doch nicht in den alten Trott zurück

Der Glaube, dass Probanden nach Ende eines solchen Programms in den alten Trott zurückfallen und das Gelernte schnell wieder vergessen, ist offenbar falsch.

Denn in allen drei Studien war auch langfristig die Diabetesrate niedriger als in den Gruppen, die nur eine Standardversorgung erhalten hatten: Die rechnerischen Risikoreduktionen lagen zwischen 34 und 43 Prozent, der Beobachtungszeitraum bei 7 bis 20 Jahren.

Das Erlernte wird weiter angewandt

Offenbar wenden die Teilnehmer das im Programm Erlernte auch nach dessen Ende weiter an. Damit relativieren sich auch die Kosten solcher Interventionsprogramme, wenn deren Effekte langfristig wirksam sind. Das sollte bei den vermehrt erfolgenden Kosten-Nutzen-Bewertungen berücksichtigt werden.

Die Autoren weisen ebenfalls darauf hin, dass nicht nur auf das Gewicht gestarrt werden sollte. Richtige Ernährung und Bewegung seien letztlich entscheidend.

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[25.10.2011, 14:38:35]
Egon Manhold 
Hinweis auf Diabetes-Typ ...
... fehlt hier wieder einmal.

Insbesondere den Kindern selbst sowie den Eltern/Betreuern von Kindern mit Typ 1 - Diabetes, ist sehr daran gelegen, wenn bei solchen Beiträge wie hier, möglichst schon in der Überschrift deutlich wird, dass es dabei nicht um den Typ 1 - Diabetes geht.

Sie werden immer wieder "angemacht" und beschimpft, warum sie ihre Kinder nicht anders ernährt haben; sie sind doch die Schuldigen, wenn ihr Kinder Zuckerkrank sind; sie hätten ihnen nicht soviel "Süßes" geben dürfen usw.

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