Ärzte Zeitung, 28.11.2011

Wenige Diabetiker kriegen ihr Fett weg

Licht und Schatten bei der Versorgung von Typ-2-Diabetikern: Immer mehr Erkrankte kommen dem Zielblutdruck nahe, doch nur wenige schaffen es, richtig abzuspecken.

zur Großdarstellung klicken

Der Anteil von Typ-2-Diabetikern, die den Zielwert unter 130/85 mmHg erreichten, stieg auf 46 Prozent.

© Klaus Rose

NEUHERBERG (hub). Die medizinische Versorgung von Diabetikern hat sich deutlich verbessert: So erreichen etwa heute mehr Diabetiker den Zielblutdruck als noch vor zehn Jahren.

Auf der Basis bevölkerungsrepräsentativer Studien in der Region Augsburg (KORA) wurde die Qualität der primärmedizinischen Versorgung von Patienten mit Typ-2-Diabetes verglichen (Bundegesbl 2011; 54: 187).

Die Ergebnisqualität wurde etwa anhand der Werte für Blutzucker, Blutdruck, LDL und BMI beurteilt.

Deutliche Verbesserungen beim Blutdruck

Über die drei Zeiträume 1999 bis 2001, 2004 bis 2005 und 2006 bis 2008 hat es deutliche Verbesserungen beim Blutdruck gegeben.

Der Anteil von Typ-2-Diabetikern, die den Zielwert unter 130/85 mmHg erreichten, stieg von 23 Prozent auf 34 und schließlich 46 Prozent.

Das korreliert mit vermehrt verordneten Antihypertensiva: Blutdrucksenker erhielten 61, 72 und 75 Prozent der Diabetiker. Auch konnte ein deutlich verbessertes Lipidprofil nachgewiesen werden.

Immer noch viele adipöse Diabetiker

zur Großdarstellung klicken

Keine Veränderungen gab es hingegen beim HbA1c-Wert unter 6,5 oder 7 Prozent. Konstant blieb ebenfalls der hohe Anteil von adipösen Diabetikern. Einen BMI unter 30 hatten nur 43, 46 und 45 Prozent der Patienten.

Der Anteil von Nichtrauchern war allerdings mit 85 bis 90 Prozent relativ hoch, auch wenn es hier keine weiteren Verbesserungen gab.

Verbessert hat sich die ärztliche Einstellung zu Fußuntersuchungen: Der Anteil von Diabetikern, denen binnen eines Jahres eine solche Untersuchung angeboten oder dazu geraten wurde, stieg von 38 auf 46 und schließlich auf 55 Prozent.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar:
Patienten müssen selbst etwas tun

[28.11.2011, 20:28:30]
Iris Rohmann 
Laufen gegen Diabetes
Ich darf Sie auf meine Reportage beim WDR Fernsehen vom 7.10.2011 aufmerksam machen? Es ist ein Portrait des Diabetes Programm Köln!
Für Fragen stehe ich gern zur Verfügung. Iris Rohmann/Autorin
Schauen Sie den Beitrag online: http://www.wdr.de/tv/servicezeit/sendungsbeitraege/2011/kw40/1007/uebersicht.jsp?sdatum=2011-10-7 zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Mütter stellen früh die Weichen für Babys Gesundheit

Dicke Mutter = dickes Baby: Diese Gleichung geht oft auf - leider. Ernährungs-Experten tauschen sich daher auf einem Kongress über den frühen Einfluss der mütterlichen Ernährung u.a. auf das Diabetesrisiko des Kindes aus und geben Tipps. mehr »

Würden Ärzte Gröhe wählen?

In einer großen Umfrage fragten wir Ärzte: "Wenn der Bundesgesundheitsminister direkt vom Volk gewählt werden könnte, wen würden Sie wählen?" Lesen Sie hier die Antwort. mehr »

Bei Dauerschmerz leidet auch das Gedächtnis

Wird der Geist träger, geht das zulasten von Lebensqualität und Unabhängigkeit. Eine US-Studie hat den Einfluss anhaltender Schmerzen auf Kognition und Demenzrisiko untersucht. mehr »